Kapuziner verlassen das Käppele

Seit dem Jahr 1749 wirken Kapuziner am Würzburger Käppele auf dem Nikolausberg. (Foto: Markus Hauck, pow)
Würzburg: Käppele |

Nach über 260 Jahren verlassen die Kapuziner im Oktober das Käppele. Das teilten die Deutsche Kapuzinerprovinz und das Bistum Würzburg mit.

Neuer Rektor und Wallfahrtsseelsorger am Käppele wird Josef Treutlein (63), bisher Pfarrer in Grombühl. Derzeit betreuen drei Kapuziner den traditionsreichen Wallfahrtsort, der als Beichtort geschätzt ist und an dem vor allem zahlreiche Trauungen gefeiert werden. Bis Mitte Oktober werden die Kapuziner noch alle Seelsorgetermine am Käppele wahrnehmen.

„Damit geht eine lange Tradition an diesem für das Frankenland so bedeutsamen Heiligtum zu Ende. Wir bedauern diesen Schritt, aber die Personalsituation zwingt uns zur Reduzierung und Konzentration“, schreibt Pater Marinus Parzinger, Provinzialminister der Deutschen Kapuzinerprovinz, an Bischof Dr. Friedhelm Hofmann.

Käppele soll verkauft werden
Der neue Rektor und Wallfahrtsseelsorger am Käppele ist für die Aufgabe bestens geeignet: Treutlein ist Initiator des Fränkischen Marienwegs und wird neben seiner Tätigkeit am Käppele weiterhin Pilgertage auf dem Fränkischen Marienweg anbieten. Sein Amt als Pfarrer von Grombühl gibt er mit dem Wechsel ans Käppele ab. Am Käppele sollen ihn künftig ein Ruhestandspriester und ein in Würzburg ansässiger Ordenspriester in der Seelsorge unterstützen.
Die Wallfahrtskirche wird von der Kirchenstiftung Käppele verwaltet. Eine Innenrenovierung in zwei Bauabschnitten ist in den kommenden Jahren geplant.

Das Kloster und der Garten sind Eigentum der Kapuzinerprovinz, die das Gebäude samt Grundstück aber an die Diözese Würzburg verkaufen will. Derzeit gibt es erste Verhandlungen. Nach Angaben des Provinzialministers soll den Freunden des Käppele sowie den letzten Kapuzinerbrüdern am Käppele ein Abschiedsfest im Herbst helfen, „loszulassen“.

Die Kapuziner und das Käppele
Seit dem Jahr 1749 wirken Kapuziner am Würzburger Käppele auf dem Nikolausberg. Sie betreuen seither die Wallfahrt zur Schmerzensmutter, die sich im Dreißigjährigen Krieg entwickelt hat. Das am Berghang über dem Main gelegene Gotteshaus gilt als eine der schönsten Kirchen in Franken. 1640 stellte ein Mainfischer einen Bildstock mit der Darstellung der Gottesmutter mit dem Leichnam Jesu im Schoß an der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche auf. 1650 wurde eine erste kleine Kapelle errichtet, mehrere Anbauten und Vergrößerungen folgten. Die heutige Wallfahrtskirche wurde von 1748 bis 1778 nach Plänen des Baumeisters Balthasar Neumann errichtet. (pow)
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