Kaiserstraße: Sanierung ab Jahresmitte - "Schwierigstes Projekt in der Stadt"

Die Kaiserstraße in Würzburg ist seit Jahrzehnten auf der Suche nach einem neuen Outfit. Doch die Sanierung einer Geschäftsstraße, die täglich von 20.000 Passanten, mehreren Straßenbahnlinien und einem intensiven Lieferverkehr genutzt wird, gleicht einer OP am offenen Herzen.
Die Kaiserstraße in Würzburg ist seit Jahrzehnten auf der Suche nach einem neuen Outfit. Das „Tor zur Stadt“, so haben inzwischen Anlieger, Geschäftsinhaber, Grundstückseigentümer und auch die Rathauspolitik eingesehen, muss saniert werden. Die Sanierung könnte, wenn die aktuellen Zeitvorstellungen zu der geplanten Sanierung im März und April die Stadtratsgremien passiert, vor Beginn der Sommerferien beginnen: „Die schwierigsten Sanierungsmaßnahmen im Straßennetz der Stadt“.
So sieht dies Peter Wiegand, der Leiter des Bereichs „Pro Stadt/Kommission für Stadtbild und Architektur“ im Baureferat der Stadt. Die Sanierung hat im Wesentlichen die Ziele, eine Fußgängerzone einzurichten und gestalterisch den anderen Fußgängerzonen anzupassen sowie Hausanschlüsse im Untergrund zu sanieren, bevorzugt die Abwasserleitungen. Mit Letzterem beginnen die Mitarbeiter der Entwässerungsbetriebe der Stadt (EBW) die Arbeiten. Abgeschlossen werden sie in zwei bis drei Jahren mit der Neuverlegung der Straßenbahnschienen.

Zusätzliche Straßenbahnhaltestelle am Barbarossaplatz?
Die Straßenbahndiskussion um die Linie 6 ins Hubland vor zwei Jahren hat sich noch einmal hemmend auf den Beginn der Sanierungsarbeiten ausgewirkt. Die Frage war: Braucht man am stadtzugewandten Ende der Kaiserstraße, am Barbarossaplatz, eine zusätzliche Haltestelle? Ursprünglich von der Straßenbahn und auch den Geschäftsleuten und Grundstückseigentümern gewünscht, ist sie jetzt aus den Planungen verschwunden. Gründe sind insbesondere Platzmangel, Sicherheitsprobleme für Fußgänger und letztlich Planungs- und Kostenfragen bei der Finanzierung der Linie. Kommt die Linie 6, wird die letzte Haltestelle vor dem Bahnhof am Stadttheater sein.

Kosten: Drei Millionen Euro - ohne Straßenbahn
Der Kostenaufwand für Sanierung der Kaiserstraße beläuft sich, so Wiegand, auf ca. drei Millionen Euro. Die Oberflächengestaltung durch die Stadt kostet allein schon ca. zwei Millionen und die Untergrundarbeiten des Entwässerungsbetriebs etwa eine Million. Die Kosten der Straßenbahn sind dabei nicht berücksichtigt. Die Diskussion über die Kaiserstraße wurde schon in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts geführt. Geschehen ist nichts.
2008 aber wurde es ernst. Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben. Die Geschäftswelt in der Kaiserstraße erhielt finanzielle Zugeständnisse, beispielsweise im Hinblick auf die Kommunalabgaben, wobei der Grund dafür in der starken Nutzung der Straße durch die Straßenbahn liegt. Nach entsprechenden zeitaufwendigen Arbeiten für die Teilnahme an einem Programm zur Städtebauförderung des Bundes, wie der Vorlage eines „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ für Würzburg mit umfangreichen Erhebungen von Daten, konnte 2012 das Sanierungsbiet Kaiserstraße vom Stadtrat formal festgestellt werden.

Bis zu 70 neue Kanalanschlüsse geplant
Die Schwierigkeiten bei dieser Sanierungsbaustelle beschreibt Wiegand: „Es muss für die Abwasseranschlüsse zu jedem Gebäude in der Kaiserstraße ein Loch von bis zu sechs Metern Tiefe zwischen Hauswand und Straßenbahngleisen ausgehoben werden. Dann wird waagerecht bis zum Kanal – direkt unter den Schienen – ein neuer Anschluss für jeden Ablauf gelegt. Das alles bei fahrender Straßenbahn, Berücksichtigung des Anlieferverkehrs und der rund 20.000 täglich durch die Straße gehenden Fußgänger und der Geschäfte, deren Zugänge erhalten bleiben müssen: Alles in allem sind es 60 bis 70 Löcher.“ Wiegand: „Mein erstes Projekt in Würzburg war die Sanierung der Juliuspromenade, 1998 bis 2000. Aber dort hatten wir wenigsten ausreichend Platz“.
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