Integrativer Kindergarten und Kita wachsen zusammen

Nach 25 Jahren: zukunftweisender Schritt beim evangelischen Kindergarten Heuchelhof

Nach wie vor wird im Stadtgebiet an einer Reihe von Kindertageseinrichtungen gebaut, die fertiggestellt sein sollen, wenn zum 1. August dieses Jahres für Eltern mit Kinder von einem Jahr bis drei Jahren ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs eintritt. Neuland - zumindest für Unterfranken – betritt dabei die Evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Heuchelhof mit ihrem Projekt einer „integrativen Kindertageseinrichtung“ mit 16 Plätzen, so Ursula Böhmer, Fachabteilung Kindertagesbetreuung, Leiterin der Fachabteilung Kindertagesbetreuung im Rathaus.
Es begann vor 25 Jahren, 1987: Eltern mit behinderten Kindern suchten nach Kindergärten oder anderen Möglichkeiten, wohin ihre Kinder gehen könnten. Das Ergebnis: Sie machten sich auf den Weg selbst einen Kindergarten zu errichten, in dem sowohl Kinder mit als auch ohne Behinderung miteinander leben und lernen können, die Geburtsstunde des heutigen Kindergartens. Ein Konzept wurde erarbeitet, ein Verein „Integrativer Kindergarten“ mit elf Mitgliedern gegründet, im April 1988. Unter seiner Trägerschaft quartierte sich der Kindergarten zunächst in das Behindertenzentrum auf dem Heuchelhof ein. Zwei Jahre später ein erster Umzug, die evangelische Gemeinde übernahm zudem die Trägerschaft. 1997 wird wieder umgezogen: Auf das Gelände des abgebrochenen ehemaligen Vogelshofs, im Erdgeschoss, mitten im Wohngebiet Bukarester Straße. Zustande kam dies mit Hilfe der Stadt. 30 Kinder werden heute dort gemeinsam betreut, behinderte und nicht behinderte. (mehr unter: www.kindergarten-vogelshof.de)
Jetzt, im Frühjahr, steht ein neuer Schritt in die Zukunft bevor: Mit Hilfe des städtischen Eigenbetriebs Stadtbau GmbH kann sich die integrative Einrichtung erweitern. Seit Monaten sind Handwerker bei der Arbeit, zwei Wohnungen unmittelbar neben dem Kindergarten für eine integrative Kindertagesstätte umzubauen. Drei Jahre hat das Leitungsgremium mit Vertretern des Vereins, der Kirche, der Eltern und des Kindergartens vorbereitend daran gearbeitet. Noch im alten Jahr hat der Stadtrat für den Umbau seine Zustimmung gegeben.
Die integrative Kindertagesstätte nimmt bis zu einem Drittel der 16 Plätze Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen auf. Der Gedanke im Hintergrund ist, dass die bis Dreijährigen aus der Kindertagesstätte nach dem dritten Lebensjahr in denselben Räumen, mit ihren Freunden und Freundinnen und dem Personal nahtlos in die ältere Gruppe wechseln können und bis zum Schulbeginn „weiter dabei sein im normalen Leben“, sagt Ursula Böhmer. Kindergartenleiterin Silke Fischer denkt daran, die künftige Einrichtung, Kindergarten mit Kindertagesstätte, namentlich zusammenzufassen: „Kita Vogelshof - evangelische integrative Kindertagesstätte“ könnte sie heißen, „aber ganz einig sind wir noch nicht“.
Die gesamte Maßnahme kostet rund 537 000 €, inklusive Ausstattungskosten. Der staatliche Zuschuss nach den Krippenförderrichtlinien beträgt bei einem Fördersatz von 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten (rund 401 000 Euro), 284.000 Euro. Dazu kommen noch ca. 20.000 Euro für die Ausstattung. Die Stadt muss einen Zuschuss zu den Baukosten in Höhe von 59.000 Euro übernehmen und leistet zudem einen Sonderzuschuss (€ 40.000). Die Stadtbau trägt insgesamt 100.000 und die Evangelische Kirche als Betreiber der Kinderkrippe, muss 66.000 Euro übernehmen.
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