Hurra, der Zahnarzt kommt!

Die Kinder aus der Stadt Malekhu in Nepal freuen sich schon sehr auf Dr. Oliver Heilmann aus Würzburg. Der zieht dort zwei Wochen lang Zähne und füllt Löcher im Akkord – ehrenamtlich.

Würzburger Mediziner arbeitet zwei Wochen ehrenamtlich in Nepal

Der Zahnarzt kommt in die Schule, und 300 Kinder jubeln: In Deutschland wäre das eher ungewöhnlich. Die Kinder aus der Stadt Malekhu in Nepal freuen sich aber schon sehr auf den Zahnarzt. Viele von ihnen leiden schon seit Monaten unter Zahnschmerzen – doch in Nepal gibt es im Schnitt für 100.000 Menschen nur einen einzigen Zahnarzt! Zum Glück kommt jetzt der Würzburger Zahnarzt Dr. Oliver Heilmann.
Von Mainfranken zum Dach der Welt: Dr. Heilmann besucht regelmäßig Würzburger Kindergärten und Schulen in Sachen Kariesvorsorge – ehrenamtlich. Am Freitag, 28. September, bricht der Zahnarzt für zwei Wochen nach Nepal auf. Seine Mission: gesunde Zähne für die Kinder von Malekhu.
Durch Zufall erfuhr Heilmann (47), der in Zell am Main wohnt und in der Sanderau seine Praxis betreibt, von einer Zahnärztin, die zwei Wochen lang für die Nepalhilfe Kulmbach vor Ort in einer Schule gearbeitet hat. In der von Medizinern errichteten Schule in Malekhu erwarten Heilmann und Armin Gambal, einen Kollegen aus Peine, bis zu 300 Kinder, die sonst so gut wie nie zum Zahnarzt gehen können. „Wahrscheinlich werden auch andere Dorfbewohner die Chance nutzen, sich kostenfrei behandeln zu lassen“, vermutet Heilmann.
Die Ärzte müssen also mit viel Arbeit rechnen – und das unter abenteuerlichen Bedingungen: Der Strom wird nach Einbruch der Dunkelheit regelmäßig abgeschaltet – Heilmann und Gambal müssen also zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang so viele Kinder behandeln wie möglich. Auch wenn vor Ort eine nepalesische Krankenschwester die Ärzte unterstützt, wollen sich Heilmann und Gambal gegenseitig assistieren“ „Ansonsten könnten wir bei dem enormen Patientenaufkommen und einer etwa 30-minütigen Behandlung pro Kind nicht von früh um acht Uhr morgens bis abends um sechs Uhr im Akkord tätig sein“, so Heilmann. Um Zeit zu sparen, übernachten die Zahnärzte auf Matratzen, die in der Bibliothek der Schule liegen.
Gängiges Arbeitsmaterial wie Kunststoffe, Unterfüllungen, Füllungsinstrumente, Betäubungs- und Desinfektionsmittel müssen die deutschen Zahnärzte selber mitbringen. „Wir werden wohl viel improvisieren, um mit einfachsten Mitteln das Beste zu erreichen“, schätzt Heilmann. „Wahrscheinlich werden wir deutlich mehr Zähne ziehen müssen, als es hier üblich ist. Die nepalesische Ernährung ist sehr zuckerhaltig, und die Kinder sind mit einer guten Zahnpflege noch nicht vertraut.“
Alle Kosten inklusive Flug, dem notwendigen lokalen Führer sowie die Versorgung vor Ort zahlen die beiden Kollegen aus eigener Tasche. Um alle Verbrauchsmaterialien zu finanzieren, konnten die Zahnarztausrüster Anton Kern, Anton Gerl und Henry Schein als Sponsoren gewonnen werden. Um weitere Spendengelder einzusammeln, die zu hundert Prozent der Nepalhilfe Kulmbach e.V. zugute kommen, bietet Heilmann im Wartezimmer seiner Praxis Kinderbücher und andere Belletristik zum Verkauf an. Weit mehr als 1.000 Euro konnten so bereits gesammelt werden - von diesem Geld sollen die Schulkinder in Malekhu Bekleidung, Schuhe und Schulmaterial bekommen.

Spenden für die Nepalhilfe
Wer spenden möchte, findet Informationen unter www.nepalhilfe-kulmbach.de, Kontakt: zahnarzt@derheilmann.de
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