Hilfe bei chronischem Schmerz

Die Schmerztagesklinik des Universitätsklinikums Würzburgs in Haus C 16.

Schmerzzentrum der Uniklinik bündelt Kompetenzen

In jedem dritten Haushalt in Europa lebt ein Mensch, der unter Schmerzen leidet. Über 13 Millionen Deutsche haben chronische Schmerzen, mehr als 17 Prozent der Bevölkerung. Auf Würzburg heruntergerechnet bedeutet das: Fast 23.000 Menschen müssen mit andauernden Schmerzen leben.
Viele der Schmerzpatienten sind nach Einschätzung der Deutschen Schmerzgesellschaft unterversorgt – ihnen wird zu wenig geholfen. Darauf aufmerksam machen soll am kommenden Dienstag, 4.  Juni, der bundesweite „Aktionstag gegen den Schmerz“. Das Interdisziplinäre Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) beteiligt sich mit einem Tag der offenen Tür und Vorträgen.
Der Schmerz kommt schleichend. Der Rücken tut weh. Bis es unerträglich wird: Diagnose Bandscheibenvorfall. Irgendwann führt häufig an einer Operation kein Weg mehr vorbei. Es gibt Komplikationen - der Schmerz ist wieder da. Häufig werden Facharztbesuche die Regel. Der eine oder andere Eingriff erfolgt, der Schmerz lässt nicht nach, wird chronisch. Vielleicht hat der Patient die Ratschläge für den Erfolg nicht befolgt: Muskelaufbau betreiben durch regelmäßige Gymnastik, Bewegungsabläufe trainieren. Oder er hat Stress im Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Familie. Da hilft keine OP.
Das Würzburger Schmerzzentrum behandelt in der Ambulanz jährlich 1. 000 Patienten mit allen Formen von akuten und chronischen Schmerzzuständen. Weitere 250 Kranke nutzen jährlich die Therapieangebote der Tagesklinik, wie das Zentrum mitteilt. Einige Patienten nehmen selbst direkt Kontakt mit dem Schmerzzentrum auf. Andere werden von ihrem Hausarzt oder vom neu eingerichteten Akutschmerzdienst des UKW an die Tagesklinik überwiesen. Der Hausarzt könne häufig seine Patienten besser einschätzen, könne auch das Umfeld befragen und habe dadurch eine mehr  „ganzheitliche Sicht seiner Patienten“, so das Zentrum.
Dr. Heike Rittner ist die Leiterin der Schmerztagesklinik im Schmerzzentrum der UKW. Sie sagt: Entscheidend sei es, Fachärzte zu überzeugen, dass  „in der modernen Schmerztherapie der Trend dahin geht, die Patienten möglichst frühzeitig aus der fruchtlosen Odyssee von Fachdisziplin zu Fachdisziplin herauszuholen. Wir wollen den Menschen lieber Wege zeigen, wie sie den Schmerz selbst beeinflussen und kontrollieren können.“
Im Mittelpunkt des Aktionstages steht das Angebot der „individualisierten multimodalen Schmerztherapie“ der Tagesklinik. Das bedeutet: „Wir können aus Elementen dreier großer Therapiebereiche eine auf jeden Patienten persönlich zugeschnittene Behandlung anbieten“, erläutert Dr. Heike Rittner. „Zur Verfügung stehen neben medizinischen Optionen, wie der richtigen Einstellung mit Schmerzmedikamenten, vor allem psychologische Verfahren sowie aktivierende Physio- und Ergotherapie.“
Beim Aktionstag am 4. Juni, 16 bis 19 Uhr,  halten Experten der Uniklinik halbstündige Vorträge zur modernen Schmerzbehandlung. Veranstaltungsort ist die Schmerztagesklinik in Haus C16 des Klinikgeländes an der Josef-Schneider-Straße, unmittelbar hinter der Frauenklinik. Das Programm im Internet: www.anaesthesie.uk-wuerzburg.de/schmerzzentrum
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