Großbaustelle: Polizeigebäude in der Augustinerstraße

Auf Einladung von Christian Schuchardt, gemeinsamer Oberbürgermeisterkandidat von CSU, FDP und WL-FW, besuchte Staatssekretär Gerhard Eck vor kurzem gemeinsam mit Bürgermeister Adolf Bauer die Baustelle der Polizeidirektion in der Augustinerstraße.
Joachim Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamtes in Würzburg, erläuterte das Planungskonzept für die Um- und Neugestaltung.

Hauptgebäude sanieren, Erweiterungsbau abreißen
Das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude, ebenso wie die Mozartschule ein Entwurf vom damaligen Stadtbaurat Rudolf Schlick, soll in seinem äußeren Erscheinungsbild einschließlich des überdachten Haupteingangs weitgehend erhalten bleiben. Insbesondere die für die 50er Jahre typische Fassade wird nicht verändert.
Während das Hauptgebäude im Inneren saniert wird, muss der Erweiterungsbau an der Gotengasse abgerissen werden. Dort ist die Bausubstanz so schlecht, dass das Gebäude nicht erhalten werden kann. Um Platz für die zusammengelegten Polizeidirektionen Ost und West zu schaffen, ist ein Erweiterungsbau notwendig. Dieser Neubau soll den bestehenden Altbau „umklammern“ und auf Säulem um den Altbau geführt werden.

Neuer Park statt Parkplatz
Der Parkplatz vor dem Gebäude verschwindet. Stattdessen entsteht dort eine kleine öffentliche Grünanlage zur Wirsbergstraße hin. Im rückwärtigen Bereich zur Büttnerstraße entsteht eine Tiefgarage, in der die Polizeifahrzeuge Platz finden. Auch der Greising-Pavillon soll wieder öffentlich zugänglich gemacht werden.
Im Zuge der bis zu vier Meter tiefen Grabungen wurden die Mauern eines mittelalterlichen Bürgerhauses, Reste der Stadtmauer aus der Zeit um 1000 sowie Teile der Fundamente des ehemaligen Augustinerklosters, das hier ab 1260 stand, entdeckt. Die Funde werden kartiert und erfasst, müssen aber teilweise für die neue Tiefgarage entfernt werden.

Schachfigur aus Tierknochen
Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucher von einigen Kleinfunden, wie einer aus Tierknochen geschnitzten Schachfigur. Aber auch Zeugnisse jüdischer Kultur in Würzburg wurden freigelegt, darunter Teile eines Grabsteines eines Richters der frühen Würzburger jüdischen Gemeinde aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Fragment wurde bereits an das jüdische Gemeindezentrum Shalom Europa übergegeben.
Insgesamt investiert der Freistaat knapp 20 Millionen Euro in den nächsten Jahren.
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