Gemeinsam Schönes erleben: Alltagsbegleiter des Caritasverbands besuchen Menschen mit Demenz

In den Schulungen erläutert Franziska Beniamino den Teilnehmern, was es mit dem Krankheitsbild „Demenz“ auf sich hat.
Wie angenehm es für Bärbel Thaler* ist, wenn Michaela Hoffmann* zu ihr kommt! Die beiden Frauen unternehmen immer etwas Spannendes. Mal fahren sie zusammen ins Café. Einmal besuchten sie sogar die Nachmittagsvorstellung eines Theaters. Michaela Hoffmann ist eine Alltagsbegleiterin. Sie gehört dem 40-köpfigen Team von Alltagbegleitern des Caritasverbands Würzburg an. Gegen eine Aufwandsentschädigung besuchen Alltagbegleiter Menschen mit Demenz in Stadt und Kreis Würzburg.

Herzlich und vertrauensvoll

Das Verhältnis von Bärbel Thaler und Michaela Hoffmann ist herzlich und vertrauensvoll. Wie großen Spaß es ist macht, sich mit einem Menschen mit Demenz zu beschäftigen, hätte Michaela Hoffmann nie gedacht, als sie sich vor zwei Jahren auf die Schulung einließ. Ihre Motivation war damals hauptsächlich, mehr über Demenz zu erfahren. „Darüber wird in der Schulung auch ausführlich informiert“, berichtet Projektkoordinatorin Franziska Beniamino.

Außerdem geht es um Möglichkeiten der Kommunikation mit Demenzkranken und darum, wie man sich mit ihnen gut beschäftigen kann. Jeder Alltagsbegleiter in spe muss die 40-stündige Schulung durchlaufen. Auch wenn Vorerfahrungen vorhanden sind.

Alltagsbegleiter sollten geduldig, tolerant und sozial kompetent sein. Fachliche Voraussetzungen hingegen sind nicht erforderlich. Gesucht werden derzeit vor allem Alltagsbegleiter für den Landkreis, so Beniamino: „Zum Beispiel für Aub, Bergtheim, Greußenheim, Veitshöchheim und Höchberg.“ Von den dortigen Caritas-Sozialstationen werden die Interessenten zur Schulung geschickt. Nach dem Kurs besuchen sie Demenzkranke, die von der jeweiligen Sozialstation betreut werden. Die nächste Schulung beginnt am 26. Februar und dauert bis 1. April. Einmal pro Woche findet sie statt.

Vor allem Alleinstehende mit Demenz fühlen sich manchmal einsam, so Beniamino: „Ihnen kann es genügen, wenn einfach jemand da ist, der mit fernsieht.“ Andere Patienten haben ein großes Bedürfnis, zu erzählen. Einige demenziell Erkrankte lieben Spaziergänge. Beniamino: „Bei der Vermittlung wird darauf geachtet, dass Patient und Alltagsbegleiter zusammenpassen.“

Auch für die Angehörigen der demenziell Erkrankten ist es höchst erfreulich, wenn einmal in der Woche jemand von außen kommt. Viele sind laut Beniamino so stark in die Pflege eingebunden, dass sie kaum noch Zeit haben, sich mit Freunden zu treffen. So war es auch bei Christine Mengel*. Längere Zeit kümmerte sie sich ausschließlich um ihre demenziell veränderte Mutter. Zu ihrem geliebten Kegelnachmittag ging sie gar nicht mehr. Als sie vom Caritas-Projekt hörte, griff sie sofort zum Telefon. Dank einer netten Alltagsbegleiterin kann sie nun wieder kegeln gehen.

Alltagsbegleiter tun all das, was diejenigen, die sie besuchen, gerne machen. „Sie können zum Beispiel auch mit ihnen kochen oder backen“, so Beniamino. Nicht zuständig sind sie jedoch für pflegerische oder hauswirtschaftliche Dienste. Dafür gibt es die Sozialstationen.

Wer Interesse an einer Schulung zum Alltagsbegleiter hat, kann sich noch bis Anfang Februar unter Tel. (0931) 38 65 9-107 bei Franziska Beniamino melden.

*Namen der Patienten und Alltagsbegleiter geändert
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