Geld sparen, Risiken minimieren

Dramatische Folge mangelhafter Wartung: Ein Defekt in der Solaranlage hat einen Brand verursacht. Wer seine Anlage vom Fachmann checken lässt, kann die Risiken minimieren.
 
Der Photovoltaikexperte und Sachverständige Wolfgang Schröder aus Giebelstadt

Das Experten-Interview zum Thema Photovoltaikanlagen

Trotz sinkender gesetzlicher Einspeisevergütung gab es 2012 einen ungebrochenen Photovoltaik-Boom: Neue Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 7,6 Gigawatt wurden errichtet. Stark gesunkene Produktionskosten bei steigenden Energiepreisen machen Solaranlagen für den Eigenstrombedarf auch ohne gesetzliche Einspeisevergütung attraktiv. Die Branche geht deshalb weiter von einer dynamischen Entwicklung aus.
Ist eine Eigenstromversorgung derzeit schon sinnvoll? Dazu befragte primaSonntag den Photovoltaikexperten und Sachverständigen Wolfgang Schröder aus Giebelstadt.

PrimaSonntag: Wann lohnt sich die eigene Photovoltaikanlage?
Wolfgang Schröder: Die Kombination von Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung in das Netz ist derzeit absolut sinnvoll. Für eine reine Eigenstromnutzung sind die Speichermedien derzeit noch zu teuer – allerdings kann die Anlage später jederzeit entsprechend nachgerüstet werden.

Feuerwehren sind von Solaranlagen nicht begeistert, da sie beim Löschen Probleme machen. Stimmt es, dass Brände deshalb in einigen Fällen nicht gelöscht werden konnten?
Schröder: Das Märchen vom „kontrollierten Abbrennenlassen“ ist nur Panikmache und beruht auf der Unkenntnis mancher Medien. Es gibt entsprechende Handlungsanweisungen für die Feuerwehr, was bei einem Objektbrand mit einer Photovoltaik-Anlage zu beachten ist.

Können durch Solaranlagen Brände entstehen? Wie oft kommt so etwas vor?
Schröder: Wie bei jeder elektrischen Anlage droht auch hier bei auftretenden Fehlern Brandgefahr. Aufgrund der enormen Nachfrage in den vergangenen Jahren hat die Qualität bei der Installation enorm gelitten. Gerade bei Großanlagen und in landwirtschaftlichen Betrieben werden oft gravierende Mängel festgestellt: Unzulässige Kabelverlegungen, ungeeignete Installationsorte der Wechselrichter und Missachtung von Blitz- und Überspannungsschutz sind nur einige Mängel, die Brände verursachen können.

Also sollten Anlagenbesitzer gut versichert sein.
Schröder: Versicherungsschutz ist ein Muss, schon alleine wegen dem Sachwert. Aber: Jeder Anlagenbesitzer ist für den sicheren Betrieb seiner Anlage selbst verantwortlich. Dazu zählt eine regelmäßige Prüfung durch einen Fachmann. Leider wissen die Wenigsten über den Zustand ihrer Anlage auf dem Dach Bescheid - und sie wissen auch nicht, dass elektrische Anlagen regelmäßig geprüft werden müssen. Kommt es zu einem Schaden, kann sich die Versicherung leicht querstellen, wenn die Schadensursache bereits offenkundig war und bei einer Prüfung hätte erkannt werden können. Ich empfehle deshalb immer eine Prüfung bereits bei der ersten Inbetriebnahme, um Mängel auszuschließen, die später Probleme bereiten können. Diese Kosten sind sinnvoll investiert: Nicht selten bleiben Anlagenbetreiber später sonst auf hohen Instandsetzungskosten sitzen, wenn die Garantie abgelaufen ist oder der Installateur auf dem Markt nicht mehr existiert.

Wolfgang Schröder ist neben seinen gutachterlichen Tätigkeiten für Betreiber, Versicherungen und Gerichte auch Herausgeber und Mitautor eines neuen Ausführungshandbuches für PV-Anlagen und gibt bei Schulungen Tipps und Hinweise für eine fachgerechte Anlageninstallation. Infos für Anlagenbetreiber und Installateure: www.sv-photovoltaik-ws.de
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