Gegen überschwemmte Keller in Heidingsfeld

Eckhard W. K. Beck und Eckhard Gunther Beck: zwei Naturschützer, die sich schon seit Jahren für Retentionsräume einsetzen, um das Eigentum der Bürger vor Überschwemmungen zu schützen.
Zum Thema „Hochwasser“ hatte Würzburg21/Die Linke nach Heidingsfeld eingeladen. Grund war keine akademische Diskussion über Wetter und Klima, sondern deren direkte Auswirkungen auf die Bürger, denen in Heidingsfeld manchmal die Keller überschwemmt werden.
Eckhard W. K. Beck zeigte Bilder von der Überschwemmung vom Juni 1992, als der Heigelsbach das Wasser nicht mehr fassen konnte und selbst die Klingenstrasse 20 Zentimeter unter Wasser stand. Noch viel schlimmer war es allerdings im Juli 1342: Auf einer Inschrift, die vom Hof zum Großen Löwen stammt und heute im Mainfränkischen Museum steht, ist vermerkt, dass das Wasser im Dom „zu den Füßen der Heiligen“ stand.
Laut Beck ein Grund für diese Katastrophe: Da in der Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaus der Wald immer mehr zurückgedrängt wurde, gab es enorm viele offene Landschaft mit Äcker und Brachen. Auf diese Flächen habe sich sintflutartiger Regen ergossen, der ganz Mitteleuropa unter Wasser setzte. „Solche Wetterlagen heißen auch Vb-Zyklone und können auch heutzutage vermehrt bei uns auftreten.“

Hungersnöte und Seuchen in Europa
Wie unangenehm dieser klimatische Effekt sein kann, steht in einer Vhronik aus dem Jahr 1342: „Wasser brach aus der Erde hervor, Flüsse zerstörten Dämme, Quellen und Gießbäche strömten aus der Erde, die Flüsse erhoben ihre Wasser, so dass sie über die Ufer traten, nicht nur die Saaten und viele Pflanzen auf den Feldern, sondern auch die Äcker selbst und die Wege vernichteten.“ Es folgte eine Zeit der Hungersnöte und Seuchen in Mitteleuropa. Erst nach Jahrzehnten erholte sich die Natur und die Bevölkerung von dieser Katastrophe.
„Was können wir tun, um solchen Ereignissen vorzubeugen“, fragt Beck. „Wir haben zwar wieder mehr Wald in Deutschland, aber wir haben auch durch Drainierungen und Bachbegradigungen für schnelle Abflüsse gesorgt. Hier gilt es gegenzusteuern! Was wir brauchen sind Flächen, um Wasser in der Landschaft zurückzuhalten!“

Mehr Raum für Bach und Fluss
Am Beispiel des Heidingsfelder Heigelsbaches seien Licht- und Schattenseiten zu erkennen. So sei es positiv, wenn bei einem Bauprojekt am Bach das Ufer zurückgenommen wird und ein Feuchtgebiet entsteht. Auch die Anlage von Bypässen, welche das Gartenamt geschaffen hat, erfüllt Rückhaltefunktionen. „Schön wäre es, wenn man alte Mäander, die noch in den Wiesen zu sehen sind, wieder öffnet und neuen Lebensraum schafft. Auffüllungen wie gegenüber der Erkersklinge sollten entfernt werden“, so Beck.
In diesem Zusammenhang würdigte Beck das Engagement von Landtagsmitglied Oliver Jörg, der sich vor Ort schon mit dieser Problematik auseinandergesetzt habe. Bedauerlich sei dagegen, wenn ein Bürgermeister wie Karl Hügelschäffer aus Reichenberg im Einzugsgebiet des Heigelsbaches alte Staudämme reaktivieren will und dann auf bürokratische Hürden stößt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.