Für Jung und Alt: Leere Kasernen weichen städtischem Leben

Flanieren, trainieren und pausieren: Die „Grüne Mitte“ verbindet das Quartier Zellerau künftig noch formvollendeter mit dem Mainufer. Im Hintergrund die Bebauung am Moscheeweg und das Jugendzentrum in der Weißenburgstraße. (Foto: Georg Wagenbrenner)
Würzburg Es ist ein Zeugnis dafür, dass nach Jahrzehnten von der Idee bis zur Realisierung, unter Beteiligung der Stadt, der Regierung von Unterfranken, der Staatlichen Feuerwehrschule zusammen mit zahlreiche Vorschlägen von unterschiedlichsten Gruppierungen und Vereinen und vielen Bürgern der Zellerau etwas sehr Sehenswertes zu Stande kam:

Eröffnet wurde in dieser vergangen Woche auf ehemaligem US-Kasernengelände ein großer Teil der „Grünen Mitte Zellerau“, ein mehrere Hundert Meter langes grünes Band von der Weißenburgstraße bis zur Mainaustraße, gespickt mit einer großen Zahl an Fitnessgeräten für Jung und Alt und einem großzügigen Boule-Platz.
Wer hier den Blick schweifen lässt, sieht neben dem gigantischen Bauprojekt der Feuerwehrschule das neue Jugendzentrum, das moderne Kletterzentrum des Alpenvereins und das attraktive „Spieli“.

Die Fortsetzung bis an den Main folgt im kommenden Jahr. Darauf wies Oberbürgermeister Christian Schuchardt in seiner Begrüßung vor mehreren Dutzend Gästen aus Politik, Verwaltungen und Bürgern der Zellerau ebenso wie aus Nachbarorten hin. Bei der feierlichen Einweihung, begleitet von der Kapelle „Blechschmitt“ hieß Quartiersmanagerin Mechthild Flott auch zahlreiche Vertreter des Seniorenbeirats und Anwohner willkommen, die von Anfang an in die Detailplanungen der Grünanlage durch einen Arbeitskreise verbunden waren.

Ein Blick zurück: Auf dem Gelände für die „Grüne Mitte Zellerau“ standen ursprünglich Kasernen. 1934/1935 wurden sie gebaut, nach dem Krieg der US-Army zur Verfügung gestellt. 1990 begann der Abzug des US-Bataillons aus der Hindenburgkaserne, die 1993 endgültig aufgelöst wurde. Schon damals, in den 1990er Jahren, vor mehr als 20 Jahren, erinnerte Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart, sei bei den ersten Konzepten zur Nutzung des verlassenen US-Geländes die „Schaffung einer Parkanlage mitten in der hnZellerau ein zentrales Thema“ gewesen. 2008 beschloss die Stadt ein „Integriertes „Handlungskonzept Zellerau“, das 2010 fortgeschrieben wurde: „Das ist „kein statisches Programm, das abzuarbeiten ist, sondern es ist auf Weiterentwicklung und Fortschreibung ausgerichtet“.

Die Stadt hatte das Gelände schon frühzeitig aufgekauft. Viele konnten sich dort Wohnbebauung oder Gewerbeansiedlungen vorstellen. Bis die Staatliche Feuerwehrschule bei der Stadt anklopfte: Zeitgleich mit der Aufnahme der Zellerau in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ im Jahre 2007 wollte die Feuerwehrschule ihre Einrichtungen und ihr Areal erweitern. Der Stadtbaurat wies darauf hin, dass damit Wohnbebauung oder Gewerbeansiedlungen an diese Stelle nicht mehr sein konnten. Zu Hilfe kam der Stadt die Staatliche Feuerwehrschule und das Staatliche Bauamt: Sie erklärten sich bereit, einen gemeinsamen Wettbewerb auszuloben, „um eine hohe gestalterische Qualität der Grünverbindung bei gleichzeitiger Erweiterung der Feuerwehrschule zu erzielen.

Insgesamt hat dieser Bauabschnitt rund 1,1 Millionen Euro gekostet, wobei die Förderung bis zu 50 Prozent betragen kann. Die Mitte der Zellerau „ist ein Stück grüner geworden." Mit dazu beigetragen habe die Förderung der Regierung im Rahmen des Länder-Programms Soziale Stadt: „Ohne diesen Zuschuss könne so manches ambitionierte Projekt in der Stadt nicht realisiert werden. Dazu zählt auch diese Grünanlage“. Norbert Böhm, Bereichsleiter Planung und Bau bei der Regierung von Unterfranken sagte in seinem Grußwort, bislang seien für die Maßnahmen im Rahmen des Projekts Soziale Stadt in der Zellerau rund fünf Millionen Euro an Zuschüssen geflossen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.