Für den Feldhamster wird es eng

Für den Feldhamster wird es langsam eng. (Foto: Sybille Daden / pixelio.de)
Der Feldhamster gilt in Deutschland als vom Aussterben bedrohte Tierart. Viele Würzburger dürften sich an die Problematik erinnern, die mit dem Bau des IKEA-Möbelhauses einherging. 2009 konnte, dank der Initiative des Bund Naturschutzes, eine Gruppe der geschützten Tierart, die damals durch den Bau ihren Lebensraum verlor, erfolgreich umgesiedelt werden.

Lage wird immer schwieriger
Die Lage wurde für Feldhamster in den letzten Jahren zunehmend schwieriger. Bis 1980 galten sie noch als Ernteschädlinge und wurden auch aufgrund ihres begehrten Fells gejagt. Häufig werden ihre zusammenhängenden Lebensräume durch Siedlungen, Straßenbau und Gewerbegebiete zerschnitten.

Eine zusätzliche Gefährdung geht von der fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft aus, wodurch Lebensräume genommen werden und die Nahrungssuche deutlich erschwert wird. Dies führt dazu, dass viele Feldhamster nicht genügend Futter für den Winter sammeln können, um zu überleben. Dabei gilt das Nagetier als ein Indikator für eine gesunde und vielfältig offene Kulturlandschaft. Gebiete, die von Feldhamstern bewohnt werden, weisen häufig auch Vorkommen anderer bedrohter Tier- und Pflanzenarten auf.

In Bayern wird der aktuelle Erhaltungszustand als „ungünstig-schlecht“ bewertet. Seit ungefähr 15 Jahren gibt es Feldhamsterpopulationen nur noch in der Region Mainfranken. Vor allem in den Landkreisen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen gibt es den kleinen Nager noch. Dabei war gerade in der Heimatregion der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen), nördlich von Würzburg, der Flächenverbrauch der letzten Jahre besonders groß. „Auch wenn wir eine Wachstumsregion sind, müssen Ökonomie und Ökologie zusammen gedacht werden und der überlebenswichtige Schutz für eine nur noch hier heimische Tierart darf nicht ins Hintertreffen geraten“, so Celina.

Schutzprogramme wirken nicht
Um genauere Informationen zur derzeitigen Situation der Feldhamster in Bayern zu erfahren, haben die Abgeordneten Kerstin Celina und Dr. Christian Magerl (Bündnis 90/Die Grünen) auf Anregung des Bund Naturschutz eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Dabei wurde unter anderem ersichtlich, dass bisherige Artenschutzprogramme den Rückgang der Feldhamster nicht aufhalten konnten. Sinnvolle Maßnahmen wie das Feldhamsterhilfsprogramm (FHP), finden in der Realität nur selten Anwendung, obwohl diese sich gut in die landwirtschaftlichen Abläufe integrieren lassen und die Landwirte für den Mehraufwand finanziell entschädigt werden.

Nach der Prognose der bayerischen Staatsregierung, wird es in 20 bis 30 Jahren Feldhamster nur noch in speziell ausgewiesenen Schutzzonen geben. Der Feldhamster als freie, wilde Tierart wird dann ein Relikt der Vergangenheit sein.
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