Förderung für neue Generation exzellenter junger Professoren im Kongo

Vor dem neuen BEBUC-Raum in Mbuji-Mayi: eine Gruppe von kongolesischen Wissenschaftlern, Verwaltungsleuten und weiteren Mitarbeitern an dem Exzellenzstipendienprogramm mit Prof. Gerhard Bringmann (ganz hinten). Foto: privat
Würzburg Exzellente Studierende und Schüler im Kongo erkennen, fördern und auf dem Weg zur Professur begleiten: Das ist das Ziel des Exzellenzstipendienprogramms BEBUC, das jetzt neue Stipendien vergeben hat. Aktuell fördert BEBUC nach einer Mitteilung der Pressestelle der Universität fast 140 Nachwuchswissenschaftler an 20 kongolesischen Einrichtungen. Ins Leben gerufen wurde das Programm im Jahr 2008 von Gerhard Bringmann, Professor für organische Chemie der Universität Würzburg, und dem Chemieprofessor und Würzburger Alumnus Virima Mudogo, damals Vizepräsident der Universität Kinshasa.

Prof. Bringmann: Seit 1987 in Würzburg
Seit 1987 forscht und lehrt Prof. Bringmann an der Universität Würzburg. Auslöser seines Engagements in Afrika war die Naturstoffchemie, seine Suche nach Pflanzen, die hilfreich zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten sein können. Nach dem Besuch vieler afrikanischer Staaten entschied er sich für den Kongo mit seiner hohen Biodiversität. In einer ersten Pilotphase wurden je zwei Stipendiaten aus Chemie und Pharmazie an der Uni Kinshasa ausschließlich im Rahmen ihrer Bachelor-Studien gefördert.
Seitdem hat sich das Programm beträchtlich erweitert: Seit der jüngsten Begutachtungsrunde vom März fördert es nun insgesamt knapp 140 Stipendiaten aus prinzipiell allen Fächern an 20 Bildungseinrichtungen im Kongo. Die 13 Universitäten, fünf Gymnasien und zwei Grundschulen sind allesamt institutionelle Mitglieder des Fördervereins Uni Kinshasa e.V. und zugleich vertraglich gebundene Partner der Uni Würzburg

Modell für weitere afrikanische Länder
„Es war von Anfang an die Absicht, dass BEBUC ein Modell auch für andere afrikanische Länder wird“, so Bringmann, „und in der Tat haben inzwischen bereits mehrere afrikanische Universitäten ihr Interesse bekundet, das Programm einzuführen.“ Umgesetzt wurde das nun erstmals für Brazzaville, das direkt gegenüber von Kinshasa auf der anderen Seite des Flusses Kongo liegt. Inzwischen können in das Förderprogramm auch Schüler aufgenommen werden.

Pläne: Ausdehnung im ganzen Kongo bis 2018
Zu den Aufgaben des Begutachtungsgremiums gehört die Prüfung der „Verlängerer“ und der neuen Bewerber, die von den lokalen Komitees vorausgewählt wurden. Hinzu kommt die regelmäßige Beratung während des Studiums, im Kongo und im Ausland, vor allem bei der schwierigen Rückkehr in den Kongo, bis hin zum Erlangen einer Professur. Damit will BEBUC den Weg ebnen für eine neue Generation exzellenter junger Professoren für den Kongo. Schon jetzt wird das Stipendienprogramm in vier großen Zentren im Westen, Süden, Osten und im Inneren des Kongo organisiert. Die Verantwortlichen planen, das Programm bis zum Jahr 2018 auf den gesamten Kongo auszudehnen.
Die Finanzierung des Stipendienprogramms steht auf drei Füßen. Da gibt es zunächst ein Patensystem, Paten zahlen ein Stipendium, ganz oder teilweise. Den größten Teil der Finanzierung leistet die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung. An der Finanzierung beteiligt sind zudem die Mitglieder des Fördervereins Uni Kinshasa e.V. mit Spenden und Beiträgen der rund tausend Mitglieder.
Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg, T (0931) 31-85323, bringman@chemie.uni-wuerzburg.de
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