Flüchtlinge beziehen Zimmer im Kloster der Erlöserschwestern

Mitarbeiter der Regierung von Unterfranken und Erlöserschwester Franzeska Moser beantworten Fragen der Flüchtlinge. (Foto: Markus Hauck, pow)

Die ersten 48 Flüchtlinge sind vor kurzem im Kloster der Erlöserschwestern angekommen: Ein Bus brachte die Gruppe aus der Zentralen Erstaufnahmestelle in Zirndorf nach Würzburg.

Mitarbeiter der Regierung von Unterfranken und die Erlöserschwestern begrüßten die Frauen, Männer und 21 Kinder aus Syrien, der Ukraine, Serbien, dem Kosovo, dem Irak und Äthiopien und versorgten sie mit den notwendigen Gegenständen des täglichen Lebens. Außerdem erhielten die Familien Schlüssel, damit sie selbständig im Exerzitienhaus des Klosters ein- und ausgehen können. Insgesamt sollen in den kommenden Tagen bis zu 100 Personen dort übergangsweise ein Zuhause finden.

Untergebracht sind die Flüchtlinge in einfach ausgestatteten Zimmern mit jeweils zwei Betten, Waschbecken, Schrank, Tisch und zwei Stühlen. An jeder Zimmertür haben die Schwestern ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen“ in englischer Sprache angebracht. Rauchmelder und eine externe Fluchttreppe wurden in dem Gebäudetrakt kurzfristig installiert. „Wir haben außerdem auf jedem Stockwerk einen Gemeinschaftsraum mit Kochgelegenheit und eine Spielecke für die Kinder eingerichtet“, erklärte Generalvikarin Schwester Herigard Schneider.

An die Kinder verteilten die Schwestern Stofftiere. „Wir haben in unseren Kindergärten einen Spendenaufruf gestartet und sind sehr dankbar für die Unterstützung.“

Der Küchenchef bleibt gelassen
Frühstück und Mittagessen erhalten die Flüchtlinge von der Küche der Erlöserschwestern. „Wir bereiten jeden Tag 360 Mahlzeiten zu, und jetzt sind es halt nochmal zusätzlich 50“, sagte Küchenchef Hans-Joachim Heinl. Da seine Küche ohnehin auch die Kindertagesstätten des Ordens mit Essen versorge, sei er auf die speziellen Vorlieben von Kindern eingestellt. Für die Flüchtlinge werde bewusst auf Schweinefleisch verzichtet. „Wenn es Anregungen gibt, sind wir gerne bereit, darauf einzugehen, und kochen zum Beispiel dann Gerichte mit Lammfleisch.“

Für das Abendessen erhalten die Asylbewerber Lunchpakete. Freiwillige helfen beim Packen. „Ich war nach dem Krieg selbst Flüchtling und weiß, was es heißt, fremd und nicht unbedingt willkommen zu sein. Deswegen engagiere ich mich hier gerne“, sagte Grit Lexa (76).

Die Flüchtlinge zeigten sich für die Aufnahme im Kloster und die Unterstützung in Deutschland sehr dankbar. „Ich bin sehr froh, hier eine erste Unterkunft bekommen zu haben“, erklärte eine Syrerin, die gemeinsam mit ihrem Mann aus der vom Bürgerkrieg geprägten Heimat geflohen ist. Ein weiterer Syrer, der mit seiner Frau und einem kleinen Kind jetzt im Kloster der Erlöserschwestern untergebracht ist, lobte die Herzlichkeit der Schwestern. „Sie haben uns sehr freundlich aufgenommen.“

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer dankte in einer Pressemitteilung allen Beteiligten für die schnelle Hilfe. „Die Erlöserschwestern haben gehandelt und in kurzer Zeit Raum für Asylsuchende geschaffen. Wir wünschten uns öfter solch pragmatische Lösungen.“ (pow)
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