Feinstaub-Gutachter prüfen Maßnahmen

Bürgerinitiative: „Brummis weg vom Stadtring“

Die Bürgerinitiative (BI) „Brummis weg vom Stadtring“ wand sich in einem offenen Brief an den Würzburger Stadtrat (primaSonntag berichtete). Beklagt wurden „nicht akzeptable Verkehrsverhältnisse auf dem Stadtring Süd“. Täglich befahren bis zu 4.000 Lkw den Ring, so die BI.
Die Folgen seien neben einer unerträglichen Lärm- und Abgasbelastung auch überschrittene Feinstaub-Grenzwerte. „Wir fordern mit allem Nachdruck ein totales Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen ab 3,5 Tonnen auf dem Stadtring sowie die Einrichtung einer Umweltzone und Tempo 30 im Würzburger Stadtgebiet“, so die BI in ihrem Schreiben. „Es geht um die Gesundheit unserer Kinder.“
Auf Anfrage dieser Zeitung hat die Stadt eine Reaktion auf den offenen Brief der BI formuliert. So wurden laut Stadt tatsächlich Grenzwerte überschritten: Der für Stickstoffdioxid gemessene Jahresmittelwert lag 2011 etwa zehn Prozent über dem erlaubten Wert; der Grenzwert für Feinstaub wurde im selben Jahr 36 mal überschritten. „Der Stadtrat hat daraufhin im Mai 2012 beschlossen, dass Maßnahmen zur Reduzierung der verkehrsbedingten Feinstaubstaubbelastung untersucht werden sollen.“ Für 75.000 Euro wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen im Sommer dieses Jahres vorliegen.

Feinstaub als Hintergrundrauschen
Das Problem bei der Sache: Laut Stadt sind die Möglichkeiten zur direkten Beeinflussung des Feinstaubs eher gering. Nur knapp ein Fünftel des Feinstaubs am Stadtring werde durch den Verkehr vor Ort ausgelöst. Der Rest sei im Wesentlichen „Hintergrundrauschen“. Es gebe eine Vielzahl natürlicher sowie von den Menschen verursachter Feinstaub-Produzenten. Dies erkläre auch die teilweise hohen Schwankungen an den Messstationen bei annähernd konstantem Verkehrsaufkommen: „Im Jahr 2012 lag beispielsweise die Zahl der Grenzwertüberschreitungen am Stadtring – nach dem alarmierenden Wert von 36 im Jahr 2011 – wieder bei 19 Tagen.“
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