Fehlende Hotelbetten drücken Übernachtungszahlen nach unten

Schwerer Abschied: Bevor sie sich endgültig auf den Weg zum Dom machen, dreht sich die Gruppe amerikanischer Gäste noch einmal zur Residenz um, die sie gerade nach einer Führung verlassen hatten.
Würzburg Um knapp neun Prozent hat die Zahl der Übernachtungen vom Jahr 2012 (772.000) zum Jahr 2013 (ca. 840.000) in den Würzburger Hotels zugenommen. Der Zuwachs vom Januar bis zum Juni dieses Jahr betrug nur 1,5 Prozent: Wenn wir keine weiteren Hotels bekommen, gehen die Übernachtungszahlen weiter nach unten“, resümierte Verkehrsdirektor Dr. Peter Oettinger im Gespräch mit dieser Zeitung.

Diese Zahlen nannten er und Marketingleiter Jürgen Ludwig vom städtischen Eigenbetrieb Congress - Tourismus – Wirtschaft. „Neue Hotels werden zu wenig gebaut und die kleinen Hotels der Stadt bröckeln weg, weil sie beispielsweise die immer höher werdenden Kosten durch immer mehr Vorschriften, beim Brandschutz u. a., nicht mehr bezahlen können“ (gemeint sind damit Hotels aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren). Wobei die entscheidende Frage weniger fehlendes Interesse von Investoren sei: „Problematisch ist das fehlende Grundstücksangebot, so dass die meisten Investitionsbemühungen scheitern“.

Schon im Geschäftsbericht des für 2013 machen die Tourismusleute deutlich, auf welch schwierigen Weg Würzburg als Tourismusstadt schlittert. Knapp 5.000 Betten standen 2006 zur Verfügung. Diese waren im Juni 2012 auf knapp 4.100 gesunken. Im 2. Halbjahr 2012 setzte eine Trendwende ein: Mit der Erweiterung des Schlosshotels Steinburg, der Neueröffnung des B&B Hotels in der Veitshöchheimer Straße und dem „Hotelturm“ in der Schweinfurter Straße stieg die Zahl der Gästebetten auf knapp 4.600 an. Doch schon 2013 fiel die Zahl erneut, auf 4.450, und dieses Jahr sind wieder 250 weniger im Angebot.

In einem „Negativ-Scenario“ fassen die Tourismusmanager zusammen: „Kommt es nicht zu einer kontinuierlichen Positiventwicklung des Gästebettenangebots, so führt dies auch zu negativen Auswirkungen im Marktsegment „Kongress/Tagungen/Seminare/sonstige Veranstaltungen“. Größere zeitliche parallele Veranstaltungen beispielsweise im Congress Centrum und im Vogel Convention Center schlössen sich zunehmenden gegenseitig aus, da eine adäquate Unterbringung der Teilnehmer als grundlegende Forderung der Veranstalter nicht gewährleistet wäre. Konsequenterweise würde dies auch den Bau der geplanten Multifunktionshalle sowie die vom Freistaat Bayern ins Auge gefasste deutliche Vergrößerung des Tagungszentrums auf der Festung Marienberg ad absurdum führen!!!“

Der hohe Zuwachsprozentwert von 2013 bei der Anzahl der Übernachtungen von knapp neun Prozent stellte den höchsten Wert aller bayerischen Städte und Orte dar. Die Gesamtentwicklung in Bayern (+ 0,2 Prozent) oder in Franken (-1,2 Prozent) zeigt im Vergleich die positive Entwicklung Würzburgs. Die Zahl aller Gästeübernachtungen betrug im vergangen Jahr mit zusätzlich geschätzten 18.000 in Ferienwohnungen oder Privatzimmern und 95.000 auf Flusskreuzfahrtschiffen rund bis lang nie erreichte 950.000. Knapp 20 Prozent kamen aus dem Ausland. –ser
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