Fahndung nach der Katze

Böse Katze! Doch wer das Herrchen ob des Schadens, den der Vierbeiner angerichtet hat, verklagen will, der braucht Beweise. Foto Viktor Mildenberger, pixelio.de

Wenn Haustiere Unfälle verursachen

Verletzt sich ein Radfahrer, weil er einer Katze ausweichen muss, so kann er grundsätzlich den Katzenbesitzer haftbar machen. Wie das Landgericht Osnabrück entschied, ist dazu allerdings eine zweifelsfreie Identifizierung der flüchtigen Katze nötig – etwa dadurch, dass Zeugen das Tier auf einer Auswahl von Katzenfotos wiedererkennen.
Tierhalter haften nach Paragraph 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches für die Missetaten ihrer Schützlinge. Beißt Bello einen fremden Hund oder tritt ein Reitpferd gegen ein Auto, ist Schadenersatz fällig. Abhilfe kann eine Tierhalterhaftpflichtversicherung schaffen.
Natürlich gilt jedoch auch hier der allgemeine Grundsatz: Möchte jemand zivilrechtliche Ansprüche gegen einen anderen geltend machen, muss er Beweise liefern. Der Fall: Ein Radfahrer war in einer verkehrsberuhigten Straße unterwegs gewesen. Da sprang angeblich eine Katze aus einem offenen Kellerfenster auf die Straße und lief ihm vors Fahrrad. Der Radler stürzte und brach sich den Ellenbogen.
Nach der Operation suchte er eine Anwohnerin auf, um festzustellen, ob es ihre Katze gewesen war, die den Unfall verursacht hatte. Er konnte die Katze zwar zuerst nicht genau beschreiben, war aber nach Besichtigung des Tiers, sicher, den Schuldigen gefunden zu haben. Er klagte vor Gericht auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Gesamthöhe von 24.000 Euro.
Das Urteil: Das Landgericht nahm eine sorgfältige Beweisaufnahme vor und vernahm insgesamt sechs Zeugen. Besonders wichtig waren die Aussagen von zwei Nachbarinnen, die zur Unfallzeit in der Nähe gewesen waren. Denn immerhin gab es in der Straße diverse Katzenbesitzer, die ihre Tiere frei laufen ließen. Das Gericht betonte, dass eine zweifelsfreie Identifizierung der Katze unerlässlich sei. Die Beklagte legte den Zeugen insgesamt 15 Katzenfotos vor, auf denen unter anderen auch ihre Katze zu sehen war. Da die Zeugen ihre Katze nicht als „Unfallverursacher“ identifizieren konnten und sich nicht einmal über die Farbe des „Täters“ einig waren, wurde der Fall zu den Akten gelegt.
Weitere Info: www.das.de/rechtsportal

Bild: www.pixelio.de
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