Entwickelt an der Uni Würzburg: Anti-Leukämie-Wirkstoff kurz vor Markteinführung

Das Universitätsklinikum Würzburg hält Strukturen bereit, die die Entwicklung von innovativen Krebswirkstoffen wie Blinatumomab begünstigen. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
Dieser neue Wirkstoff soll dem Immunsystem von Krebspatienten helfen, Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten: Blinatumomab wurde zu wesentlichen Teilen am Universitätsklinikum Würzburg entwickelt und getestet. Im Juli hat der gentechnisch erzeugte Antikörper von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration die „Breakthrough Therapy Designation“ erhalten. Demnach ist damit zu rechnen, dass der Arzneistoff, der die Heilungschancen vor allem von Leukämiekranken erhöht, bald als reguläres Medikament auf den Markt kommt.

„Eine der großen Hoffnungen der internationalen Krebsforschung beruht darauf, das körpereigene Immunsystem des Patienten gegen die Tumorzellen wenden zu können“, schildert Prof. Ralf Bargou, der Direktor des integrativen Krebsbehandlungs- und Krebsforschungs-Zentrums.

Zu den stärksten Waffen der Immunabwehr zählen die T-Zellen. „Nur leider sind diese Killer in der Regel blind gegenüber Krebszellen“, erläutert Prof. Bargou. Der Lehrstuhlinhaber für Translationale Onkologie am UKW forscht schon seit den frühen 1990er Jahren daran, wie diese biochemische Blindheit überbrückt werden kann. Mit Erfolg: Es gelang ihm und seinem Team zusammen mit Forschern aus München, gentechnisch einen Antikörper zu entwickeln, der einerseits in der Lage ist, an der Krebszelle anzudocken und andererseits an T-Zellen anbinden kann.

Mit Hilfe dieses „Adapters“ werden die Abwehrzellen aktiviert, sie erkennen die schädlichen Zellen und können sie zerstören.
Blinatumomab wurde mittlerweile bei über 300 Studienpatienten eingesetzt. Bei der Mehrzahl war zumindest ein teilweiser, häufig auch ein kompletter Rückgang der Tumorzellen zu beobachten.
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