Einzigartiges Therapiehaus für kranke Kinder und Jugendliche eröffnet

Die feierliche Einweihung des Sternstunden-Therapiehauses fand mit viel Würzburger Prominenz im Dirk-Notwitzki-Sportraum statt.
 
Das Sternstunden-Therapiehaus wurde in den Hang hinter dem Haupthaus der Psychiatrischen Kliniken des Universitätsklinikums Würzburg an der Füchsleinstraße gebaut.
Das Sternstunden-Therapiehaus der Klinik und Poliklinik für Kinder- und

Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg schafft Raum für eine umfassende Diagnostik und integrierte Behandlung junger Patienten. Vor kurzem fand die feierliche Einweihung statt.

„Ein vergleichbares Gebäude mit diesen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf der Welt kein zweites Mal“, betonte Prof. Andreas Warnke, der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) bei der Einweihung des Sternstunden Therapiehauses an der Füchsleinstraße in Würzburg. Sein Nachfolger, Klinikdirektor Prof. Marcel Romanos, ergänzte: „Psychisch kranke Kinder brauchen neben Menschen und Zeit auch Raum zum Gesunden - Raum, der ihnen hier gegeben wird.“

Funktionell und mit viel Licht
Bei der Eröffnung präsentierte sich das von der GKP Architekten GmbH entworfene Haus als funktioneller, heller Bau mit drei Etagen. In seiner Schlichtheit und Geradlinigkeit orientiert er sich laut Architekt Eberhard Kurz am benachbarten Haupthaus der Psychiatrischen Kliniken des UKW. Auf knapp 800 Quadratmetern Nutzfläche finden sich Räume für Werk- und Schnitztherapie, Musiktherapie, Bewegungs- und Physiotherapie, Kochtherapie, Systemische Familientherapie, Heilpädagogik, Verhaltenstherapie, Ergo- und Kunsttherapie sowie für viele weitere therapeutische Programme.

Immer mehr Patienten
Die „Zielgruppe“ für diese Behandlungsangebote wächst ständig. Prof. Romanos: „In unserer Gesellschaft nehmen psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen zu. Von 100 Kindern sind derzeit 10 bis 20 psychisch krank.“ In den vergangenen drei Jahrzehnten vervielfachte sich laut dem Klinikdirektor die Zahl der von der KJPPP stationär und ambulant versorgten jungen Patienten. Beispielsweise kümmere sich die Ambulanz der Klinik derzeit jährlich um fast 3.000 Kinder und Jugendliche – vor 30 Jahren waren es nur 100.

„Gleichzeitig werden die Störungen immer komplexer und auch die Kooperationsnotwendigkeiten mit den Schulen, den Familien und der Jugendhilfe steigen“, schilderte Prof. Romanos. Die von ihm geleitete Klinik reagiert darauf mit individuell angepassten Therapien, bei denen neben Kinder- und Jugendpsychiatern, Psychotherapeuten und klinischen Psychologen viele weitere Berufsgruppen mitwirken von den Lehrkräften der Klinikschule bis zum systemischen Familientherapeuten. Das Sternstunden-Therapiehaus bündelt deren Diagnostik- und Therapieleistungen unter einem Dach.

Nur möglich durch viele Spenden
„Wir denken, dass dies ein wegweisendes Konzept ist“, sagte Beate Blaha, Projektcontrollerin des Sternstunden. e.V., bei der Einweihungsfeier. Eine Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks für notleidende Kinder und Jugendliche trug mit einer Spende von 950.000 Euro wesentlich zur Verwirklichung des 2,35 Millionen Euro teuren Gebäudes bei. 275.000 Euro stellte die Bayerische Landesstiftung bereit, denn laut Stiftungsratsmitglied Manfred Ländner „war die Wichtigkeit des Hauses klar zu erkennen.“

Um die Barrierefreiheit des Therapiehauses zu gewährleisten, steuerte der Bezirk Unterfranken 86.000 Euro zur Installation eines Aufzugs bei. Und schließlich beteiligte sich auch der Verein Menschenskinder e.V. mit 40.000 Euro aus Spendenmitteln. Der Würzburger Verein wurde im Jahr 1998 von Prof. Warnke mit dem Ziel gegründet, psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen zu helfen und deren Familien im Alltag zu unterstützen.

Für das Universitätsklinikum Würzburg verblieben Kosten von knapp einer Million Euro. „Das Sternstunden-Therapiehaus ist gleichsam auch eine Solidarleistung unserer anderen Kliniken“, verdeutlichte Prof. Christoph Reiners. Schließlich mussten diese laut dem Ärztlichen Direktor des UKW auf Anteile aus ihrem Budget für so genannte kleine Baumaßnahmen verzichten, um die Gelder für den Neubau zusammenzubekommen.

Räume mit Sponsorennamen
Neben den Mitteln für das Gebäude an sich mussten auch Finanzierungswege für dessen Einrichtung gefunden werden. Hier leisteten der Lions Club Würzburg de Leone, die Krick-Stiftung sowie die Dirk-Nowitzki-Stiftung bedeutende Beiträge. Um diese und eine weitere Sponsorin zu ehren, gibt es im Sternstunden-Therapiehaus jetzt den Lions de Leone-Werkraum, den Krick-Kunsttherapieraum, den Dirk-Nowitzki-Sportraum und den Steinmeier-Familientherapieraum.
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