Ein Sammelpunkt für kreative Menschen

Blick auf das Gelände der ehemaligen Bürgerbräu-Brauerei am Ende der Frankfurter Straße. Links das künftige zentrale Gebäude, das alte Sudhaus.
 
Im ehemaligen Pferdestall sind „kreative Ladengeschäfte“ eingezogen. Auch ein „Café mit Mittagstisch“ ist dort zu finden
Würzburg Jahrelang befand sich das alte Bürgerbräugelände in der Frankfurter Straße gefühlt am Ende der Würzburger Welt. Der beeindruckende Gebäudekomplex versprühte morbiden Charme, wenige Meter weiter zwitschern Vögel in den Bäumen am gesperrten Zeller Bock. Doch bald soll die Gegend wachgeküsst werden: Das neue Kultur- und Kreativzentrum" soll zu einer weiteren Aufwertung des Stadtteils Zellerau, der Stadt Würzburg und der Region beitragen. Am Sonntag, 28. Juni, findet von 10 bis 20 Uhr schon zum 4. Male das Bürgerbräu-Sommerfest mit einem breiten Erlebnisprogramm statt.

Eine Investorengruppe mit dem Inhaber des „archicult Architektenbüro“, Roland Breunig, sieht in der ehemalige, etwa 200 Jahre alten, Brauerei „eines der letzten Architekturbeispiele der Gründerzeit in Würzburg“ und damit „einen Teil der Geschichte der Stadt und der Region“. Gebaut an einem der Stadteingänge kommt ihr für Bürger von Region, Stadt und dem Stadtteil Zellerau besondere Bedeutung zu“. Das neue „Kultur- und Kreativzentrum“ soll künftig “zu einer weiteren Aufwertung des Stadtteils Zellerau, der Stadt Würzburg und der Region beitragen“. Zur Eröffnung des Zeller Bock im Sommer kommenden Jahres will Roland Breunig die alte Brauerei „in neuem Glanz präsentieren“.

Vor zehn Jahren, so in einem Gespräch, sei die Grundidee entstanden: „Ziel war schon immer, dass es einen Sammelpunkt für Kreative gibt“. Das parkähnliche Gelände eigne sich gut. Mit der Übernahme großer Teile des Ensembles durch die Bürgerbräu GbR im Sommer 2012 wurde die Revitalisierung des Standortes eingeleitet. Die Idee: „Es gibt Ärztehäuser, Bürohäuser für Anwälte und Steuerberater. Aber es gibt keinen Ort für kreatives Potential und das haben wir hier entwickelt. Kreative Menschen müssen zusammengeführt werden und wir haben in Würzburg ein großes kreatives Potential. Dieses arbeitet bisher teilweise nicht in Würzburg. Die Ausstrahlung des neuen 'Bürgerbräu Würzburg' wird weit über die Grenzen der Stadt und der Region hinaus reichen."

„Heute sind wir mitten im Bau“, sagt Architekt Breunig. Begonnen wurde 2013. Zwei Gebäude seien fertiggestellt, das „Braumeisterhaus“, wo Büros ihren Platz finden, der Pferdestall, in dem sich kreative Ladengeschäfte eingenistet haben, auch ein Café, bereits heute täglich geöffnet. Fertig werden soll im Spätsommer das Sudhaus als zentrales Gebäude mit einer großen Gastronomie und Büroflächen. Die Sektkellerei Höfer produziert und füllt im ehemaligen Gär- und Lagerkeller in Flaschen ab. Der Keller soll zum Jahreswechsel fertig sein. Ein Haus für Großveranstaltungen soll das Maschinenhaus für private und gewerbliche Veranstaltungen werden, geplant für bis zu 400 Personen, für Hochzeiten und Seminare, Tagungen und kulturelle Veranstaltungen. Derzeit wird zudem am „größte Bauabschnitt“ mit rund 3.500 Quadratmeter Fläche, gebaut, der alten Flaschenabfüllerei.

Parallel läuft der Bau eines Kreativraums. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern sollen kleine Büros entstehen mit Flächen von zehn bis 30 Quadratmetern, mit gemeinsamer Teeküche, Besprechungsraum, ein Raum für Ausstellungen und Präsentationen für kreative Menschen mit Unternehmen von bis zu drei Personen. Zehn bis zwölf Einheiten unterschiedlicher Größe, die am Anfang des nächsten Jahres bezugsfertig sein werden. Leute aus dem kreativen Bereich können sich, sagt Breunig, ab sofort bewerben, beispielsweise Photographen, Maler, Graphiker, EDV-Entwickler, Internetspezialisten.

„Durch Schaffung einer hohen Lebens-, Aufenthalts- und Arbeitsstättenqualität wird das Areal für innovative Unternehmer und die Öffentlichkeit attraktiv. Eine ausgewogene Mischung zwischen Gewerbe und Büronutzung, Sport und Bildung, sowie Soziokultur, Kunst und Kultur, Gastronomie und Veranstaltung führt zu interessanten Synergien. Bestehende Nutzungen bleiben hierbei erhalten, leer stehende oder freiwerdende Flächen werden neu genutzt.“ (ser)
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