Ein bewegtes Priesterleben: Monsignore Josef Ryba wird am 22. Februar 100 Jahre alt

Monsignore Josef Ryba ist der älteste Priester im Bistum Würzburg. Am Samstag feiert er seinen 100. Geburtstag. (Foto: Markus Hauck, pow)
„Mein Ziel als Priester ist es immer gewesen, zu Gott zu kommen und andere auf dem Weg zu begleiten.“ Und das macht Pfarrer i. R. Monsignore Josef Ryba, ältester Priester im Bistum Würzburg, seit über 75 Jahren. Am Samstag, 22. Februar, wird er im Würzburger Theklaheim 100 Jahre alt. Dort verbringt Ryba seit Jahresbeginn 2013 seinen Ruhestand.

Die Trauung der Schwester als erste Amtshandlung
Ryba wurde 1914 in Groß Hoschütz in der Erzdiözese Olmütz geboren. Zum Priesterberuf kam er nicht zuletzt, weil der Ortspfarrer auf den frommen und tüchtigen Schüler, jüngstes von drei Kindern einer Maurerfamilie, aufmerksam wurde. „Er hat sich dafür eingesetzt, dass ich aufs Gymnasium durfte.“ Nach der „Matura“, wie die Hochschulreife im ehemals zur Donaumonarchie gehörenden Troppau hieß, ging Ryba ins Prager Priesterseminar. Im Juni 1938 empfing er in Prag die Priesterweihe. „Für mich war es das Größte, dass ich als meine erste priesterliche Handlung am Tag darauf die Trauung für meine Schwester Martha halten durfte.“
1949 kam Ryba als Kuratus in das Lager Hammelburg. „Damals kamen dort Vertriebene aus ganz unterschiedlichen Richtungen zusammen. Sie alle wollten sich eine neue Existenz aufbauen. Gejammert hat keiner.“ 1952 verlieh Bischof Dr. Julius Döpfner Ryba die Pfarrei Schonungen. Dort entstand durch den Einsatz des Priesters die Sankt Georgskirche. Ab 1966 war Ryba Pfarrer in Gemünden.

Papst ernennt Ryba zum Monsignore
In Anerkennung seiner Verdienste um die Ökumene erhielt Ryba 1979 das Bundesverdienstkreuz. 1987 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Monsignore. Zum 90. Geburtstag dankte der Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk für die hervorragende Seelsorge, durch die Ryba vielen Menschen den Weg des Evangeliums eröffnet habe. Vor allem habe sich Ryba für die Ökumene und für die Versöhnung mit dem tschechischen Volk eingesetzt.
Heute kann Ryba wegen seiner starken Sehbehinderung nicht mehr zelebrieren, feiert aber regelmäßig die Gottesdienste im Theklaheim mit und gibt nach wie vor Rat bei seelsorglichen Fragen. Für das Handicap seiner Augen hat er sich für Stundengebet und Bibelbetrachtungen Hilfe geschaffen: Gebets- und Meditationstexte hat er schon vor Jahren auf Kassetten aufgenommen. (pow)
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