Ehrenamtliche engagieren sich für das Projekt „Wohnen für Hilfe“

Meist verstehen sich die Partner im Projekt „Wohnen für Hilfe“ prächtig. Oft ergänzen sie sich auch - wie in diesem Fall, wo der Vermieter seiner studentischen Mieterin bei schwierigen Studienthemen hilft. (Foto: Caritas)

Sich unkompliziert mal etwas borgen, Eier oder Mehl zum Beispiel, morgens zusammen frühstücken oder gemeinsam einkaufen: All das ist möglich im Projekt „Wohnen für Hilfe“ der Caritas Würzburg und der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg (KHG).

Drei Jahre lang gibt es die Initiative inzwischen. Um die 60 Wohnpartnerschaften wurden vermittelt. Um die Vermittlung kümmern sich neben Projektleiterin Mirjam Gawenda zehn Ehrenamtliche. Ihre Aufgabe besteht außerdem darin, die Partnerschaften langfristig zu begleiten.

Zwei Menschen, die zusammen wohnen, können sich schon mal in die Haare kriegen - das ist bei „Wohnen für Hilfe“ äußerst selten der Fall, kam aber schon vor. „Am besten ist es, dies im Vorfeld zu verhindern“, meint Gawenda. Zum Beispiel dadurch, dass Missverständnisse frühzeitig geklärt werden.

Ist eine Wohnpartnerschaft vermittelt, wird sie deshalb langfristig von Ehrenamtlichen wie Sissi Jakob betreut. Anfangs rufen die Volunteers alle sechs Wochen, später etwa einmal im Vierteljahr an und fragen, ob noch alles in Ordnung ist oder Probleme aufgetaucht sind. Zweimal im Jahr organisieren die Ehrenamtlichen einen Stammtisch für alle Projektteilnehmer.

Die Vermittlungen werden gründlich vorbereitet. Sissi Jakob zum Beispiel hatte es unlängst mit einer Studentin zu tun, die ganz verzweifelt nach einer Bleibe suchte. Ihr Problem: Sie hatte einen Hund, von dem sie sich nicht trennen wollte. Jakob: „Zufällig fand sich eine Seniorin, deren Hund gerade gestorben war.“ Ein ganzes Stockwerk hatte die ältere Dame frei, mit zwei Zimmern und einem eigenen Bad. Gegen kleine Hilfeleistungen durfte die Studentin samt Hund einziehen. Die Konstellation dieser beiden Wohnpartner erwies sich als ideal.

Ein Vertrag regelt das Zusammenleben
Der Mietersatz kann in Nachhilfe und Babysitting, in Haushaltshilfe, Gartenarbeit oder Unterstützung beim Einkaufen bestehen. Wie viel Hilfe statt Miete geleistet wird, das vereinbaren die Paare individuell. Haben sie sich geeinigt, wird dies vertraglich fixiert.

Den Kerngedanken des Projekts, nämlich, dass beide Seiten von einer guten Sache profitieren, findet Linda Kuhn äußerst sympathisch. „Darum reizte mich dieses Ehrenamt auch“, so die Masterstudentin. Kuhns Aufgabe bestand kürzlich darin, für eine Familie mit zwei kleinen Kindern einen Studierenden zu suchen. Bevorzugt wurde eine junge Frau, die Erfahrung mit Kindern hat. Doch es kam am Ende ganz anders: „Wir vermittelten einen erst 17 Jahre alten Informatikstudenten.“ Der suchte Familienanschluss, da seine eigenen Eltern ins Ausland gezogen waren. Die Familie erfuhr im Gespräch von dem jungen Mann. Und entschied sich prompt für ihn.

Wer sich für ein Ehrenamt im Projekt „Wohnen für Hilfe“ interessiert oder selbst Wohnraum anbieten möchte, kann sich unter Tel. (09302) 9 92 05 oder unter Email info@wfh-wuerzburg.de an Mirjam Gawenda wenden.
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