Dieser Jaguar ist ein Schlitten: Sonderausstellung „Winterfreuden“ im Mainfränkischen Museum

Wann? 09.03.2014 11:00 Uhr

Wo? Mainfränkisches Museum, Würzburg DE
Bis zum 9. März können solch exotische Schlitten im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg bestaunt werden.
Würzburg: Mainfränkisches Museum | Angriffslustig droht der Jaguar mit seinen Krallen, die Zunge streckt weit aus dem offenen Maul, unter der rechten Schulter steckt ein Pfeil: Der barocke Jaguarschlitten ist einer von sechs Schlitten in der Sonderausstellung „Winterfreuden“ des Mainfränkischen Museums in Würzburg. Bis zum 9. März  können sich Besucher die Schlitten auf der Festung Marienberg in Würzburg anschauen.
Zum Rodeln wurden die Prunkschlitten nicht genutzt. Ein Pferd zog das Gefährt auf Kufen über die verschneiten Straßen. Schlittenfahrten waren in der Barockzeit, in der auch der Jaguarschlitten entstand, dem Adel vorbehalten, erklärt Kunsthistorikerin Dr. Frauke van der Wall. Seit dem Ausgang des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert hinein nutzten Adel und Großbürgertum kunstvoll geschnitzte und aufwendig bemalte Schlitten bei Umzügen, Rennen oder prunkvollen Ausfahrten.
Neben den hohen ästhetischen Qualitäten hatten diese Tierdarstellungen auch symbolische Bedeutung: So standen Schafe und andere Horntiere in Anlehnung an das Lamm Gottes nicht nur für Christus, sondern allgemein für Königtum und Herrschermacht. Raubkatzen gelten als Symbol des Herrschers, des Wohlstandes und der Macht. So schmückten auch sie zahlreiche Schlitten aus vornehmem Hause. Neben barocken Umzugsschlitten umfasst die Sammlung im Mainfränkischen Museum einen Renn-, einen Kinderausfahrt-, einen bäuerlichen Kutsch- und einen Lastschlitten. Der älteste ist mehr als 300 Jahre alt, der jüngste entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Drei Schlitten waren schon 1913 von Beginn an im neu eröffneten Fränkischen Luitpoldmuseum in der Maxstraße ausgestellt. Sie stammen aus Würzburger Familien und dem Würzburger Kunsthandel.
Öffentlichen Führungen finden jeweils sonntags um 11 Uhr statt. Info: Mainfränkisches Museum, Festung Marienberg, Tel. (0931) 20 59 40, www.mainfraenkisches-museum.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.