Diese Kinder können endlich wieder lachen

Endlich wieder „Mund auf“: Oydin aus Usbekistan und Barotali aus Tadschikistan konnten sich auf das ärztliche Know-how von Prof. Alexander Kübler verlassen. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
 
Bei der mittlerweile dreijährigen Maravillha konnten Prof. Alexander Kübler und sein Team erfolgreich eine breite Gesichtsspalte schließen. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
In einer humanitären Aktion hat die Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Würzburger Uniklinik drei Kinder mit schweren Gesichts- und Kieferdefekten operiert. Finanziert wurden die komplexen Eingriffe von der Würzburger Bene Maxilla Stiftung.
Maravillha kommt aus Angola. Von Geburt an war ihr Gesicht durch eine breite Gesichtsspalte entstellt. Gleichzeitig sind beide Augen nicht angelegt - sie wird leider nie sehen können. Die Gesichtsspalte hatte außerdem zur Folge, dass Essen und Trinken für das 2010 geborene Mädchen extrem schwierig waren. Dadurch ist sie für ihr Alter relativ klein und körperlich unterentwickelt.
„In zwei anspruchsvollen Operationen haben wir die Gesichts- und Gaumenspalte geschlossen sowie das Gesicht rekonstruiert“, berichtet Prof. Alexander Kübler, der Ärztliche Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie (MKG) der Uniklinik. Seither kann sich Maravillha normal über den Mund ernähren, eine Sprachentwicklung ist möglich und sie hat ein fast normales Aussehen erlangt. „Wir werden das wunderbare Lächeln von Maravillha gern in Erinnerung behalten, da sie trotz ihrer vielen gesundheitlichen Einschränkungen ein ausgesprochen fröhliches Kind ist“, sagt Prof. Kübler.
Finanziert hat den Eingriff die Bene Maxilla Stiftung. Ihr Hauptziel ist es, Kinder mit angeborenen Fehlstellungen oder schweren Erkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich zu unterstützen, die ohne fremde Hilfe keine Chance auf Linderung oder Heilung haben. Hinter der Stiftung steht ein von einer Tumorerkrankung im Oberkiefer geheilter, ehemaliger Patient der Würzburger Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie. Aus Dankbarkeit für seine Heilung und für die gute Arbeit der Mediziner will er mit der Stiftung anderen Menschen bei der Überwindung ähnlicher Krankheiten helfen.
„Über die Bene Maxilla Stiftung haben wir derzeit zwischen 10.000 und 13.000 Euro pro Jahr für solche humanitären Aktionen zur Verfügung“, schildert Prof. Kübler und fährt fort: „Da wir die chirurgischen Eingriffe und die Nachversorgung praktisch zu Selbstkosten durchführen, kommen wir mit diesem Geld ziemlich weit.“

Sechs Jahre mit geschlossenem Mund
So konnte in diesem Jahr noch zwei weiteren Kindern geholfen werden. Der 2000 geborene Tadschike Barotali litt nach einem Unfall vor sechs Jahren, bei dem er sich das linke Kiefergelenk gebrochen hatte, unter einer Kiefergelenksankylose. Dabei verwächst der Unterkiefer teilweise mit dem Oberkiefer, so dass der Unterkiefer nicht mehr bewegt werden kann der Mund bleibt dauerhaft geschlossen. Für den Jungen bedeutete dies, dass er sechs Jahre lang nur flüssige oder passierte Nahrung zu sich nehmen konnte, was auch seine körperliche Entwicklung behindert hat. Sprechen konnte Barotali nur „durch die Zähne“. Prof. Kübler und sein Team haben in zwei aufwändigen Operationen die Verwachsungen gelöst. Seither ist der junge Patient in der Lage, seinen Mund bis zu drei Zentimeter zu öffnen und so erstmals seit Jahren wieder Nahrung zu kauen.
Ähnlich lag der Fall von Oydin aus Usbekistan. Auch das 1998 geborene Mädchen litt nach einem Unfall vor vielen Jahren, bei dem sie sich ebenfalls das linke Kiefergelenk gebrochen hatte, unter einer großflächigen Verwachsung. „Bei Oydin war die Verknöcherung mit der Schädelbasis so extrem, dass das Kiefergelenk als solches nicht mehr zu erkennen war“, beschreibt Prof. Kübler. Auch sie war über Jahre hinweg nicht mehr in der Lage, ihren Mund zu öffnen. Prof. Kübler: „Damit sie überhaupt Essen und Trinken aufnehmen konnte, wurde ihr in Usbekistan ein Frontzahn gezogen. So wurde eine Lücke geschaffen, durch die sie einen Strohhalm führen konnte.“
Auch bei ihr haben die Würzburger Kieferchirurgen das Gelenk in einer vierstündigen Operation wieder „gängig“ gemacht.
Prof. Kübler blickt bereits in die Zukunft: „Schon jetzt sind für das Jahr 2014 weitere kleine Patientinnen und Patienten angekündigt, denen wir mit Hilfe der Bene Maxilla Stiftung hoffentlich wieder ebenso gut helfen können.“
Unterstützen kann man dieses Ziel durch Spenden an: Bene Maxilla Stiftung, Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN: DE17 7905 0000 0046 8966 19, SWIFT-BIC: BYLADEM1SWU
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