Der rotgrüne (oder grünrote) OB-Kandidat

V.l.: Die Grünen-Vorsitzenden Mathias Rögele und Barbara Pfeuffer, Grünen-Stadtratsfraktionsvorsitzender Mathias Pilz, OB-Kandidat Muchtar Al Ghusain, Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, SPD-Vorsitzender Eberhard Groetsch, SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender Alexander Kolbow, Grüne-Stadträtin Benita Stolz

Muchtar Al Ghusain geht für SPD und Grüne als Oberbürgermeister-Kandidat ins Rennen

Erstmals wollen Würzburgs Grüne und die SPD mit einem gemeinsamen Kandidaten in den OB-Wahlkampf ziehen: Muchtar Al Ghusain, Kultur-, Schul- und Sportreferent der Stadt, soll die Nachfolge von Oberbürgermeister Georg Rosenthal antreten. Die Vorstände beider Parteien werden den 49-Jährigen am 12. Juni jeweils den Nominierungskonferenzen von SPD und Grünen als einzigen Kandidaten vorschlagen.
Zwischen der Würzburger SPD und den Grünen scheint es mächtig gefunkt zu haben: Die Pressekonferenz, bei der Al Ghusain als gemeinsamer Kandidat vorgestellt wird, steht voll im Zeichen von Harmonie und Eintracht. Rot und grün werden nicht müde, die Gemeinsamkeiten in Politik und Lebensanschauung zu betonen. Klimaschutz, Integration, Kultur, natürlich auch die Linie 6, die Landesgartenschau und der neue Stadtteil auf dem Hubland: Seit Jahren ziehe man hier an einem Strang. Auch die große Vision, Würzburg weiter als eine weltoffene und tolerante Stadt zu gestalten, verfolge man seit langem gemeinsam. Ein gemeinsamer OB-Kandidat sei daher nur der nächste logische Schritt gewesen.
Vielleicht ein kleiner Wermutstropfen für die Grünen: Vor wenigen Tagen ist der bislang parteilose Al Ghusain der SPD beigetreten. Als „Juniorpartner“ im Kandidaten-Sharing wollen sich die Grünen aber nicht sehen. „Wir sind gleichwertige Partner, die einander auf Augenhöhe begegnen“, betont der Stadtratsfraktionsvorsitzende der Grünen, Mathias Pilz. Das soll sich auch auf dem Wahlzettel niederschlagen, auf dem Al Ghusain als gemeinsamer rotgrüner Kandidat gekennzeichnet werden soll. „Natürlich könnte man auch ‚grünroter‘ Kandidat sagen“, meint Pilz. Auch der Verzicht auf einen eigenen grünen OB-Kandidaten sei leicht zu verschmerzen: Wichtig sei, denn Mann, den man für den besten halte, gemeinsam ins Ziel zu bringen. „In den vergangenen Jahren haben SPD und Grüne in vielen Fragen einvernehmlich und gemeinsam gestimmt. Mit Muchtar Al Ghusain sind wir zuversichtlich, die Gemeinsamkeiten noch weiter ausbauen zu können und eine gute Grundlage für Würzburgs Entwicklung geben zu können“
Der amtierende OB ist mit seinem potenziellen Nachfolger sehr zufrieden: „Muchtar Al Ghusain ist zweimal mit großer Mehrheit zum Kultur-, Schul- und Sportreferent der Stadt Würzburg gewählt worden. Er konnte in seinem Aufgabengebiet viele Akzente setzen und hat unsere Stadt damit voran gebracht. Ich bin sicher, dass er auch für die Breite der kommunalpolitischen Aufgaben bestens vorbereitet ist und unsere gemeinsame Arbeit erfolgreich fortsetzen kann.“
Der Kandidat selbst sieht sich der Aufgabe voll gewachsen: Kommunikation und Konfliktmanagement gehören zu seinen Stärken, so Al Ghusain. „Ich will auf die Menschen zugehen und besonders auch die erreichen, die auf das Parteiengezänk keine Lust mehr haben.“
Zur Person
Muchtar Al Ghusain, 49 Jahre, geboren in Kuwait, aufgewachsen in Gerbrunn. Studierte von 1984 bis 1990 an der Hochschule für Musik Würzburg (Diplom) und Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Diplom). Von 1994 bis 2000 in Schwäbisch Gmünd Leiter der Städtischen Musikschule sowie des Städtischen Kulturbüros, danach von 2000 bis 2006 Referatsteilleiter am Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur Hannover. Seit 2006 in Würzburg als berufsmäßiger Stadtrat Kultur-, Schul- und Sportreferent.
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