Das Weihnachts-Meisterwerk von Grombühl

Nicht nur Kinder sind von der neuen Grombühler Krippe begeistert: Die großen, detailreichen Gebäude, die liebevoll gestalteten Figuren und die raffinierte Beleuchtung erwecken die Krippe zum Leben.

Jetzt kann Weihnachten kommen: Nach 2.000 Arbeitsstunden ist die Riesen-Krippe in St. Josef so gut wie fertig

In der Grombühler Kirche St. Josef, genauer gesagt in der Kapelle Maria am Stein, steht eine der spektakulärsten Weihnachtskrippen der Stadt: Auf 25 Quadratmetern wurde eine orientalisch anmutende Kleinstadt errichtet, komplett mit Häusern, Türmen, Mauern und einem Stadttor – manche der 20 Gebäude sind über einen Meter hoch. Bevölkert wird die gigantische Krippe von bis zu 40 Zentimeter großen Figuren. Die ehrenamtlichen Krippenbauer investieren 2.000 Arbeitsstunden in ihr Projekt. Jetzt ist die Krippe fast vollendet: Am Sonntag, 30. Dezember, findet in St. Josef die Krippenfeier statt. Bereits jetzt kann die Krippe in der Kapelle der St.Josef-Kirche in der Matterstockstraße bestaunt werden.
Vor vier Jahren beschloss die Pfarrei, eine neue Krippe zu schaffen. Die alte Weihnachtskrippe von St. Josef war in die Jahre gekommen; eine Restaurierung hätte unverhältnismäßig viel Geld verschlungen. Deshalb musste eine neue Krippe her – anschaulich, kindgerecht und möglichst in Eigenleistung erbaut. Für das Projekt konnten zahlreiche Mitglieder der Grombühler Familiengruppe „Bärentreff“ gewonnen werden – einige der Ehrenamtlichen verfügten bereits über Erfahrung im Krippenbau. Geleitet wurde das „Bauvorhaben“ von Armin Kaffenberger und Michael Schneider; für die Elektronik war Rainer Liebenstein zuständig. Finanziert wurde die Krippe weitgehend über Spenden, um die sich vor allem Pfarrer Josef Treutlein bemühte.
Die beweglichen Krippenfiguren aus Holz wurden vom Thüringer Bildhauer Dieter Robert Frank aufgearbeitet und an ihre neue Umgebung angepasst. Frank konstruierte auch die Gebäude und schuf das biblische Landschaftsgemälde im Hintergrund der Krippe. Die prachtvollen Häuser und Mauern bestehen aus Holzplatten, detailverliebt mit Styrodur und Gipsputz modelliert und mit Leimfarbe bemalt. Die Gebäude wurden auf einer zum Berg hin ansteigenden Landschaft auf Fundamenten in unterschiedlicher Höhe angeordnet – durch diesen Kniff entstehen für den Betrachter immer neue Blickwinkel und Perspektiven, wenn er um die Krippe herumgeht.
Die Anordnung der Gebäude soll auch die Ausgrenzung der Heiligen Familie verdeutlichen: Auf der einen Seite steht die große, von Mauern umgebene Stadt – sogar der Gasthof, vor dem Josef und Maria bei ihrer Herbergssuche abgewiesen wurden, ist zu sehen. Auf der anderen Seite, abseits vom Zentrum der Krippe, liegt der verfallene Holzschuppen – der Ort der Geburt Jesu.
Sehenswert ist die Grombüler Krippe auch wegen ihrer aufwändigen technischen Ausgestaltung: Durch eine geschickte indirekte Beleuchtung wird die Krippe lebendig. Durch einen für jedes Haus unterschiedlichen Flackereffekt werden die damals üblichen Öllampen und Fackeln simuliert. Durch einen Zufallsgenerator werden jedesmal, wenn eine Besuchertaste gedrückt wird, andere Häuser beleuchtet. Und das Lagerfeuer der Hirten flackert nicht nur, es knistert sogar – durch einen speziellen akustischen Effekt. Lediglich im Stall wird eine permanente Lichtquelle eingesetzt, um die Heilige Familie als Hauptelement der Krippe ins rechte Licht zu rücken. Damit die ausgeklügelte Beleutung realisiert werden konnte, verlegten die Krippenbauer ganze 280 Meter Elektrokabel unter und hinter der Anlage.
Die Krippe kann zerlegt und transportiert werden: Für den Auf- und Abbau ist der Unterbau, bestehend aus 55 Aluminiumelementen und zwölf Tischlerplatten, komplett zerlegbar. Die 20 Gebäude sowie die elf Landschaftmodule – jedes einzelne bis zu 30 Kilo schwer – sind robust und beweglich ausgeführt: Schließlich soll die Mammutkrippe nicht das ganze Jahr in der Kapelle aufgebaut bleiben: Außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit wird das Grombühler Meisterwerk verpackt und eingelagert.
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