Das Blumenbeet als Schlaraffenland

Das Leben einer Arbeitsbiene ist kein Zuckerschlecken.
Wie geht es unseren Bienen? Über 150 Imkerinnen und Imker trafen sich in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Veitshöchheimer Imkerforum. Dr. Stefan Berg und Dr. Ingrid Illies gaben Einblick in die Versuchsarbeit des Fachzentrums Bienen.

Beet und Balkon können für Wild- und Honigbienen ein Schlaraffenland sein – wenn die Sorte stimmt. Erste Ergebnisse aus einem gemeinsamen Projekt vom Fachzentrum Bienen und dem Sachgebiet Zierpflanzenbau weisen bienenfreundliche Sorten aus. Die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienenvölker waren auch 2015 ein Schwerpunkt in der Versuchsarbeit. Für die Bekämpfung der Kirschessigfliege im Weinbau sind Insektizide zugelassen, die auch Bienen schädigen können, die süßen Traubensaft eintragen. Im Untersuchungsjahr 2015 war der Befall mit Kirschessigfliegen gering, da die sehr heiße und trockene Witterung die Populationsentwicklung der Kirschessigfliege gebremst hat. Es konnten keine Schäden an Versuchsbienenvölkern beobachtet werden.

Bekämpfung der Varroamilbe
Für die Bekämpfung der Varroamilbe wurden im Rahmen einer Vergleichsstudie verschiedene Applikatoren zur Verdunstung der Ameisensäure getestet. Hier haben sich bereits erprobte Verfahren wie der Nassenheider Verdunster wieder bewährt, da auch bei ungünstiger Witterung kontinuierlich Ameisensäure verdunstet. Biotechnische Maßnahmen zu Bekämpfung der Varroamilbe wie die Erwärmung von Brutwaben oder ganzen Bienenvölkern wurde ebenfalls untersucht. Diese hyperthermischen Behandlungsmethoden sind in unterschiedlichem Maße wirksam, weisen zum Teil aber durchaus beachtliche Behandlungserfolge auf.

Klaus Körber von der Abteilung Gartenbau stellte den Stadtbaum in den Mittelpunkt seiner Präsentation und zeigte auf, dass der Klimawandel das Spektrum an Stadtbäumen verändern wird: „Diese Entwicklung geht in großen Schritten voran und wird auch das Nahrungsangebot für Bienen verändern, denn einige Klassiker in der Stadt wie die Rosskastanie werden verschwinden.“ Neue Stadtbäume seien in der Erprobung und böten auch Trachtpotential für Biene und Co: Götterbaum und Bienenbaum, aber auch neue Lindenarten.
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