DAHW: zwischen den Fronten des Bürgerkriegs

Foto: DAHW

Alarmierende Nachrichten für das DAHW in Würzburg: Das jemenitische Büro des Würzburger Hilfswerkes Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in der Stadt Taizz im Jemen ist am Mittwoch zwischen die Fronten des Bürgerkriegs geraten.

Würzburg/Taizz (clap) – Das Büro wurde sogar beschossen, Fensterscheiben, Akten und Büroeinrichtungen zerstört, glücklicherweise aber weder Mitarbeiter noch Patienten verletzt. Im Interview dazu Sabine Ludwig, Pressereferentin des DAHW Würzburg.

primaSo: Wie alarmierend ist die Lage?
Sabine Ludwig: Wer für den Beschuss des Krankenhauses verantwortlich ist, von dem aus die DAHW das nationale Lepra-Kontrollprogramm koordiniert, ist derzeit noch unklar. Nach Aussage von Dr. Yasin Al-Qubati, unserem Repräsentanten und medizinischen Berater im Jemen, geben verschiedene Oppositionsgruppen den Regierungstruppen die Schuld. Sie sprechen davon, dass Präsident Ali Abdullah Saleh dort Truppen zusammenzieht, um die Stadt als Hochburg der Proteste einzunehmen. Andere Berichte sprechen dafür, dass Truppen des zur Opposition gewechselten Generals Ali Mushin für die Schießereien verantwortlich sind.

primaSo: Ist den Mitarbeitern des DAHW etwas passiert?
SL: Zum Glück wurden keine unserer Mitarbeiter verletzt, es entstand nur Sachschaden. Der deutsche Botschafter Holger Green hat sich nach Bitten der DAHW sofort bei der Regierung für den Schutz des Hospitals und der zahlreichen Patienten stark gemacht.

primaSo: Welche Aufgabe hat das DAHW im Jemen? Und wie geht es jetzt weiter?
SL: Bereits seit 1965 unterstützt die DAHW das Krankenhaus „City of Light“ in Taizz. Von den dortigen Büros aus setzen unsere Mitarbeiter das nationale Lepra-Kontrollprogramm um und koordinieren dessen Arbeit im ganzen Land. In diesem Jahr unterstützen wir drei Projekte im Jemen mit insgesamt 268.767 Euro. Unser Geschäftsführer Burkard Kömm versichert, dass die Arbeit vor Ort unverändert weiter gehen wird. 








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