Cybercops gegen Computerganoven: Bayerns Polizei startet Offensive gegen Internet-Kriminalität

Das Internet als wilder Westen, in dem sich Gesetzlose tummeln: Wenn es nach dem Innenminister geht, werden bayerische Computer-Sheriffs bald aufräumen im Web. (Foto: www.polizei-beratung.de)
Der Freistaat sagt der Internetkriminalität den Kampf an: Neue Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei mit dem fetzigen Pseudonym „Cybercops“ sollen Jagd auf Hacker, Datendiebe, Internetbetrüger, Erpresser und andere Computergangster machen. „Auch das digitale Bayern muss eine sichere Heimat für unsere Bürger bleiben", so Bayerns Innenminister Joachim Hermann.
Das Internet als wilder Westen, in dem sich Gesetzlose tummeln: Wenn es nach dem Innenminister geht, werden bayerische Computer-Sheriffs bald aufräumen im Web. Dazu rüstet die Polizei auf, und zwar im großen Stil: Zunächst wird das Bayerische Landeskriminalamt zu einem polizeilichen Cybercrime-Kompetenzzentrum ausgebaut, das auch für Sicherheitsbehörden aus dem In- und Ausland ein wichtiger Ansprechpartner werden soll. Außerdem werden derzeit flächendeckend Cybercrime-Einheiten eingerichtet, auch in Würzburg. Herrmann: „Bei jeder bayerischen Kriminalpolizeiinspektion gibt es in Zukunft speziell geschulte Beamte zur Bekämpfung der Internetkriminalität.“

Erfolge gegen digitale Dunkelmänner
Diese sogenannten Cybercops sind die Speerspitze der Online-Offensive. Erstmals 2012 wurden bayerische Polizisten zu EDV-Spezialisten ausgebildet. Offensichtlich sind die Cops den digitalen Dunkelmännern durchaus gewachsen: Man habe sehr gute Erfahrungen gemacht, so heißt es. Die Truppe, die derzeit aus 25 Cybercops besteht, soll laut Herrmann noch in diesem Jahr verdoppelt werden; auch in den nächsten Jahren sei Verstärkung geplant.
Weiterhin sollen „hochmoderne Cyber-Labore“ bei der Kriminalpolizei eingerichtet werden. Flankiert werden die organisatorischen Maßnahmen durch eine Aus- und Fortbildungsinitiative mit speziellen Leitfäden und Online-Plattformen zur Anzeigenaufnahme und Beweissicherung.

Mehr Vorsicht im Internet
Darüber hinaus appellierte der Innenminister an die Selbstverantwortung der Internetnutzer: „Je sensibler wir mit unseren Daten umgehen, desto chancenloser sind die Täter im Netz.“ Herrmann empfiehlt, im Internet zurückhaltend mit persönlichen Daten umzugehen, drahtlose Netzwerkverbindungen zu sichern und vorsichtig beim Download von Software und E-Mail-Anhängen zu sein.
Besonders wichtig ist dem Innenminister eine schnelle Regelung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung: Ohne Vorratsdatenspeicherung könnten sich Kriminelle im Internet nahezu in absoluter Anonymität bewegen. Dieser Zustand sei „unerträglich“.

Internetkriminalität auf dem Vormarsch
2013 stiegen in Bayern die Internetstraftaten im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent auf 24.292 Fälle an. Die Aufklärungsquote lag bei 42,7 Prozent. Besonders hohe Zuwächse gab es beim Warenbetrug mit 4.680 Fällen (+ 23,6 Prozent), beim Zahlungskartenbetrug mit 2.486 Fällen (+ 11,1 Prozent), bei Beleidigungen im Netz mit 1.097 Fällen (+ 23,4 Prozent), bei Datenveränderung und Computersabotage mit 926 Fällen (+ 16,5 Prozent) sowie bei Erpressungsdelikten mittels Internet mit 809 Fällen (+ 13,9 Prozent). Der Schaden durch Internetkriminalität in Bayern lag 2013 bei mehr als 17 Millionen Euro.
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