CSU-Fraktion: Frankenhalle verkaufen

Kein Umbau der Frankenhalle zur Theater-Spielstätte?

Die CSU-Stadtratsfraktion will eine Aufrüstung  der Frankenhalle als Übergangsspielstätte während der Sanierung des Mainfranken Theaters mit anschließender Nutzung als zweite Spielstätte „nicht weiter verfolgen“. Das Grundstück, unweit des Kulturspeichers in der Veitshöchheimer Straße gelegen, soll „über einen seitens der Stadt beauftragten Makler“ verkauft werden. Das Denkmal soll nur Interessenten verkauft werden, die einen Erhalt des denkmalgeschützten Bestands „vorsehen“.
Die CSU-Fraktion hat dies in einer Sondersitzung am Montag dieser Woche beschlossen. Der Beschluss entspricht auch der Auffassung des Parteivorsitzenden Oliver Jörg. Entscheidend für die Haltung der CSU-Fraktion sei die Finanzierbarkeit des Projekts Frankenhalle: “Wir sehen den Schwerpunkt klar in der nachhaltigen Sanierung des Dreispartentheaters am Stammsitz, aber nicht in einer zusätzlichen Gesamtinvestition von mindestens 16 - 20 Millionen Euro über 25 Jahre in der Frankenhalle“, heißt es in dem Antrag, Am 29. Juni ist das Thema Frankenhalle im Plenum des Stadtrats auf der Tagesordnung.
Die CSU, heißt es  in dem Antrag, habe zwar das Projekt Frankenhalle, vor Jahren initiiert und favorisiert  von Stadtkämmerer Christian Schuchardt und Kulturreferent Muchtar Al Ghusain,  in den zurückliegenden Jahren immer „kritisch und konstruktiv“ begleitet, aber von Anbeginn an sich auf eine „verbindliche Begrenzung der Umbaukosten auf zehn Millionen Euro“ festgelegt. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens sei vom Fraktionsvorsitzenden Thomas Schmitt beizeiten darauf hingewiesen worden, dass die Frankenhalle „als Aufgabe bleibt und erhalten werden soll.“
Letztlich soll die Verwaltung einen „Bauablauf- und Zeiten-Plan für das Mainfranken-Theater erstellen. Aus Gründen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit soll die Sanierung des großen Hauses in mehrjährigen Etappen erfolgen. Die Spielpausen sollen von Mai an bis zum Ende der planmäßigen Spielzeitpause im September verlängert werden. Damit stünde jährlich ein Zeitraum von fünf Monaten für den Spielbetrieb beeinträchtigende Baumaßnahmen zur Verfügung. Dass dies funktioniere, so die CSU-Fraktion, zeige sich am laufenden Umbau des Kongresszentrums. Die Intendanz soll, für die verkürzten Spielzeiten attraktive Spielpläne entwickeln und dabei auch „neue und kreative Spielorte“ benennen.
Die SPD-Fraktion befürchtet mit dem Verkauf der Frankenhalle einen „Abriss des Baudenkmals durch die Hintertür“. Über Jahre seien entsprechende Versuche gescheitert, „weil sie für eine private Nutzung ungeeignet ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorsitzenden Alexander Kolbow. Dass sich jetzt ein Käufer findet, der die Halle einer neuen Nutzung zuführt, sei nicht nachvollziehbar.
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