Bürgerentscheid für "Grüner Platz am Theater"

Das Aktionsbündnis

„Grüner Platz am Theater“

kämpft mit seinem Bürgerbegehren zur Begrünung des Kardinal-Faulhaber-Platzes für die lokale Umsetzung von Klimaschutz in Würzburg. Am Donnerstag dieser Woche hat der Stadtrat grünes Licht für die Durchführung des Bürgerbegehrens gegeben: Die Zahl der Unterschriften überschritt mit etwa 6000 das erforderliche Quorum (5131 Unterschriften). Der Bürgerentscheid ist nach dem Beschluss an einem Sonntag innerhalb von drei Monaten durchzuführen, also spätestens am zweiten Juli.

Im Gegensatz zum Bürgerentscheid um die Zukunft des Mozartgeländes 2015 ist die Situation zum Kardinal-Faulhaber-Platz anders: Die Bürger können nur ja oder nein sagen, eine Alternative, wie 2015 der Stadtrat anbot, der bekanntermaßen eine dicke Bebauung des Platzes anpeilte und damit unterging , ist dieses Mal nicht zu haben. Über das Warum kann man nur raten. Eine zweite Niederlage gegenüber ihren Bürgern wollte das Rathaus aber wohl nicht mehr riskieren.

Die aktuelle Frage ist, wie die Stadt mit dem Thema umgehen will oder besser vielleicht, was erwartet die Öffentlichkeit, was kann sie erwarten: Immerhin werden mehrere tausend Bürger der Stadt ihre Kreuzchen anbringen. Was sie von ihr letztlich erwarten können scheint klar, gleichgültig wie die Stimmenverteilung beim Ja- und Neinspiel letztlich aussieht. Nach dem Bürgerentscheid zum Mozartgelände hat eine Mehrheit im Stadtrat immer erkennen lassen, dass sie das alte denkmalgeschützte Gymnasium insgesamt am liebsten heute als morgen abreißen würde.

Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart hat in einer Stadtratssitzung am 28. Juli vergangenen Jahres in einer „Variante einer städtebaulichen Neuordnung“ des Platzes eine „Ausgangslage“ mit fünf Planungsparametern formuliert:
1. Schaffung eines attraktiven End- und Ausgangspunktes für die Fußgängerzone Spiegel- und Eichhornstraßen mit ergänzenden Angeboten.
2. Einbeziehung des Stadttheaters in den städtebaulichen Kontext durch verbindende Strukturen (Achse Innenstadt –Theater).
3. Aufwertung des städtebaulichen Raumes mit Verweilqualität durch das Anlegen von Ruhe- und Aufenthaltszonen, mit und vor allem auch ohne bewirtschaftete Straßengastronomie .
4. Ausreichend Raum für Grünzonen und „echte“ Stadtbäume auch außerhalb möglicher baulicher Einschränkungen (Tiefgarage).
5. Ersatz der wegfallenden Stellplätze an der Platzoberfläche durch komfortable Tiefgaragenstellplätze.
Es gelte, die heute „eher roh und unfertig wahrgenommene Stadtlandschaft an dieser Stelle unter den genannten Aspekten aufzuwerten. Ein Kompromiss zwischen den möglichen Herangehensweisen ‚Gesamtbebauung‘‚ ‚Steinerner Platz‘ und ‚Grüner Platz‘ macht aus Sicht vieler daher Sinn“. So der Stadtbaurat.

Wenn man davon ausgeht – was heute kaum anders möglich erscheint – dass am Kardinal-Faulhaber-Platz als „ökologischer Brennpunkt im Herzen der Stadt“ wegen Feinstaub, Schadstoffen und sommerliche Hitze, so das Aktionsbündnis „Grüner Platz am Theater“, auf diesem Gelände keine Bebauung nach der Art, wie dies einst für das Mozartareal sein sollte, geben kann. Wie formulierte Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart letztes Jahr vor dem Stadtrat: „Die Nachbarschaft zum Unesco-Weltkulturerbe Residenz, die direkte Lage gegenüber dem Stadttheater, der unmittelbare Nähe zum sogenannten Roten Bau und schließlich die Nachbarschaft zum Mozartgymnasium werten das Areal stark auf und vereinen einzigartige Lagevorteile“.

So wird zu entscheiden sein: benötigt die Stadt an diesem Standort eine neue, zweistöckige Tiefgarage mit 200 Stellplätzen? Und wenn ja keine weitere Bebauung mehr, sondern einen „Grünen Platz am Theater“. Auch angesichts vieler, in dem Stadtbereich vom Dom bis zum Kardinal-Faulhaber-Platz künftig wegfallender Parkplätze, ist dieses eine Variante in der Diskussion. –ser

BU
Eine „Vision“ des „Grünen Platzes am Theater“. Fotomontage Peter Schlagbauer
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