Breite Mehrheit für Neubau am Oberen Markt

Blick von der Marienkapelle auf den Bauplatz für ein Geschäftshaus am Eingang der Eichhornstraße. Im Vordergrund der Weihnachtsmarkt.

Ausschuss des Stadtrats beschließt über neues Geschäftshaus

Mit 14 zu drei Stimmen hat eine breite Mehrheit im Bau- und Ordnungsausschuss des Stadtrates den Antrag der Freier-Hof Emeringen GmbH & Co. KG (mit s.Oliver-Chef Bernd Freier) zum “Neubau eines Geschäftshauses mit zwei Verkaufsstätten, Praxen und Büros in der Eichhornstraße 2 und der Otto-Wels-Straße 5“ genehmigt. Auf dem heutigen Baugrundstück wurden in den letzten Monaten und immer noch anhaltend zunächst die Hypovereinsbank, dann in den vergangenen Wochen der denkmalgeschützte historische Hof Emeringen abgerissen. Im kommenden Jahr soll mit dem Neubau begonnen werden.
Oberbürgermeister Georg Rosenthal lobte erneut den Bauherrn ob dessen Bereitschaft, das Projekt bundesweit auszuschreiben und Repräsentanten des Rathauses, einschließlich Vertreter der Fraktionen und des Denkmalschutzes in die Jury einzuladen: „Überlegungen der Stadt fanden damit in die Planung Eingang wie etwa die Verlegung der Marktgaragenzufahrt in der Eichhornstraße. Der Bauherr kam den Wünschen der Stadt entgegen Was wir jetzt beschließen, ist eine gute Lösung. Wir haben auch in Bezug auf öffentliche Flächen, die überbaut wurden, einen Interessenausgleich gefunden“.
Stadtbaurat Christian Baumgart sagte dazu, der Bauherr müsse 149 Stellplätze ablösen, ein Betrag von rund 1,5 Millionen Euro fließe an die Stadt. Die Stadt wiederum baut die Tiefgarageneinfahrt von der Martinstraße her. Ebenso wie der Stadtbaurat meinte auch CSU-Stadträtin Dr. Christine Bötsch zu dem jetzt beschlossene Projekt: „Ich begrüße diese Entwicklung an dieser Stelle.“ Man müsse sich aber im Klaren sein, “dass wir mit solchen Bauten in zunehmenden Maße die Optik der Stadt verändern“. Dem wiedersprach auch der Stadtbaurat nicht: Auch wenn in der Dachlandschaft Würzburgs andere Formen weitgehende üblich seien, hält er es doch für legitim, „an der einen oder anderen Stelle ein zeitgemäßes Zeichen zu setzen“. Weniger die Dachlandschaft, so Jürgen Weber (WL/FW), sorge für Aufregung, sondern vielmehr die Fassadengestaltung. „Das passt irgendwie nicht in die Nachbarschaft“. Das Geschäftshaus soll eine Natursteinfassade erhalten.
Vehement stellte sich Willi Dürrnagel (CSU) gegen den Neubau. Er sehe zwar, sagte er, eine Neugestaltung der Innenstadt, „aber nach meiner Meinung negativer Art“. Drei Argumente führte er dazu an: die Riesige Flachdachlandschaft im Zentrum Würzburgs, die Höhe des Gebäudes mit fünf Stockwerke seien eines zu viel (was im Vorbescheid der Stadt für den Bauherrn mit vier Stockwerken auch so festgehalten war) und letztlich der Abbruch des Hofes Emeringen: „Das wird Folgen für die Innenstadt haben.“ Er wies dazu auf zwei Bauvoranfragen hin, in denen nachbarliche Grundbesitzer des neuen Geschäftshauses („ McDonald“- und „Sport-Brümmer-Haus“) wegen der Erhöhung ihrer Gebäude an die Stadt herangetreten sind. Erich Felgenhauer (CSU) sah mit dem Beschluss des Ausschusses den „Beginn einer neuen Baukultur“ in Würzburg, „gekennzeichnet durch Gigantismus und Maßlosigkeit in jeder Hinsicht“). „Ich kann an diesem Entwurf nichts Schlechtes abgewinnen“, meine dagegen für die SPD Heinrich Jüstel.
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