Breaking Bad in Unterfranken: Immer mehr „Konsumenten“ nehmen hochgefährliches „Crystal Speed“

Mit solch schockierenden "Vorher-Nachher-Bildern" wollen die Behörden in Amerika die Menschen vor dem Konsum von Crystal Meth warnen. In Deutschland sind solche Bilder undenkbar: "Der Schutz der Persönlichkeit steht dem im Weg", so die Polizei.
Dieser Stoff ist bekannt aus Film und Fernsehen: Crystal Meth macht sofort süchtig und zerstört rasend schnell Körper und Geist. Der heimliche Star der Kultserie „Breaking Bad“ sorgt in Unterfranken immer mehr für kurze Räusche und brutale Abstürze.

„Drogen sind eine entsetzliche Sache“, sagt Bryan Cranston. Der Mann ist Schauspieler, und in den letzten Jahren hat er als „Walter White“ in der Kultserie „Breaking Bad“ (bedeutet auf deutsch etwa: „Vom rechten Weg abkommen) die TV-Kritiker auf der ganzen Welt förmlich aus ihren Fernsehsesseln gehauen.

Die Handlung von „Breaking Bad“ ist schnell erzählt: Ein braver Chemielehrer hat Krebs. Um Geld für seine Familie ranzuschaffen, beginnt er damit, synthetische Drogen „zu kochen“. Im Laufe der fünf Staffeln wandelt sich Lehrer Walter vom netten Nachbarn zum kaltblütigen Gangster. Der Name der Droge: Crystal-Speed, auch Crystal-Meth genannt.

Die Serie wird vor allem für ihren „Realismus“ gelobt; auf jeden Fall ist „Breaking Bad“ äußerst brutal. Für viele Menschen in Unterfranken ist diese Brutalität Teil ihres täglichen Lebens geworden – aber nicht, weil sie sich, leicht erschauernd, gerne eine Folge „Breaking Bad“ auf DVD reinziehen. Diese Menschen konsumieren kein TV-Drama, sondern den heimlichen Helden der Serie: Crystal-Meth. Die Droge macht unglaublich schnell abhängig. Sie zerstört das Gehirn. Und sie findet in Bayern immer mehr Abnehmer.

Der Aufstieg von Crystal Meth im Freistaat begann im Jahr 2010, ein Jahr nachdem die erste Staffel von „Breaking Bad“ im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Ein Zufall, der Grund für den Crystal-Boom ist ein anderer: In Tschechien werden 2010 die Drogengesetze liberalisiert. Seither blüht das Schmugglergeschäft; die Droge wird im großen Stil über die Grenze nach Bayern geschafft und über den Umschlagplatz Bayreuth auch nach Unterfranken geliefert.

Unter den unterfränkischen Drogensüchtigen finden Crystal Meth und Co. schnell neue Fans: 2013 hat die Polizei 527 Personen erwischt, die Metamphetamin „für den Eigenbedarf“ nutzen oder damit handelten. Im gleichen Zeitraum stellte die bayerische Polizei 14 Kilo Crystal Meth sicher. Diese Menge reicht locker, um die komplette Würzburger Bevölkerung in einen kollektiven Drogenrausch zu versetzen. Zum Vergleich: 2009 fielen der Polizei lediglich 3 Kilo Crystal in die Hände.

„Crystal gehört zu den Drogen, die den menschlichen Organismus am schnellsten zerstören“, heißt es im Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Unterfranken. Das scheint die „User“ nicht abzuschrecken. Laut Statistik sind die Fallzahlen bei Heroin und Kokain rückläufig, selbst Ecstasy hat den Zenit als König aller Partydrogen wohl überschritten – Crystal Meth ist jetzt das große Thema. Um dem entgegen zu wirken, setzt die Polizei auf regelmäßige Schwerpunktkontrollen und konzentrierte Fahndungen.

2013 waren in Unterfranken 14 Rauschgifttote zu beklagen. Wie viele aufs Konto von Crystal gehen, ist schwer zu sagen. Laut Polizei sterben die Opfer meist „an einer Mischintoxikation nach einer vorausgehenden langjährigen Sucht“.
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