Bismarckstraße: „Fahrbahnbreite reicht für Zweirichtungsverkehr aus“

Bauverwaltung der Stadt: Bismarckstraße soll Zweirichtungsverkehr beibehalten bis die Frage „Omnibusbahnhof“ gelöst ist.
Würzburg Tausende Schüler, in Würzburg Beschäftigte und Einkaufende fahren tagtäglich mit mehr als 500 Bussen von neun Linien aus dem Landkreis zur Bushaltestelle Rotkreuzstraße in der Bismarckstraße und zurück. Sie steigen um in Busse und Straßenbahnen der Würzburger Straßenbahn GmbH oder Züge der Bundesbahn. Würde in der Bismarckstraße ein Einbahnverkehr eingerichtete, würden nicht nur diese Umsteigebeziehungen zerstört, sondern gleichzeitig auch die Kreuzungen Veitshöchheimer Straße/Röntgenring/Pleichertorstraße/Friedensbrücke überlastet mit der Folge massiver Rückstaus auf dem Röntgenring und Behinderungen im Bereich Omnibusbahnhof. Das ist im Wesentlichen die Begründung, mit der die Bauverwaltung im Rathaus die Einrichtung eines Einbahnverkehrs in der Bismarckstraße – gleich in welche Richtung - ablehnt.

„Der bisher in der Bismarckstraße bestehende Zweirichtungsverkehr wird bis zur
Neuordnung der Fahrbeziehungen durch einen überarbeiteten oder neuen Zentralen
Omnibusbahnhof beibehalten. Die zur Verfügung stehende Fahrbahnbreite beträgt 5.40 bis 6,50 Meter“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am im Rathaus kommenden Dienstag weiter. Für die Abwicklung des Busverkehrs reiche zwar die Fahrbahnbreite nicht überall aus, es seien aber ausreichend Ausweichstellen vorhanden: „Unter dem Aspekt der Verkehrsberuhigung und Temporeduzierung ist dieser Querschnitt durchaus sinnvoll.“

"Derzeitige Verkehrsführung in der Bismarckstraße angemessen“
Damit reagiert die Bauverwaltung im Rathaus auf Anträge von Stadträten von ÖdP und SPD die wissen wollten, welche Möglichkeiten einer Einbahnstraßenregelung für die Bismarckstraße gegeben sind. „Die Würzburger Straßenbahn und die Nahverkehr Würzburg-Mainfranken GmbH haben sich aufgrund der deutlich negativen Erfahrungen während der Baustellenzeit für die Beibehaltung des Zweirichtungsverkehrs ausgesprochen. Aus verkehrstechnischen und lufthygienischen Gründen halten auch die Fachabteilung Tiefbau der Stadt ebenso wie die Polizei die derzeitige Verkehrsführung in der Bismarckstraße für angemessen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Die Vorlage setzt sich mit den Erfahrungen mit einer Einbahnregelung in Richtung Hauptbahnhof im Frühsommer letzten Jahres auseinander, als an der Bismarckstraße gebaut wurde. Die Folgen für den Öffentlichen Personennahverkehr seien damals so gravierend gewesen, dass “zeitweise der Betrieb am Busbahnhof zum Erliegen kam“. Auch an der Kreuzung Veitshöchheimer Straße/Röntgenring/Pleichertorstraße/Friedensbrücke kam es damals zu massiven Staus. Bei einer Einbahnregelung in der Bismarckstraße Richtung Veitshöchheimer Straße würde die Behinderungen für Bus- und Individualverkehr noch massiver ausfallen.

Seit sieben Jahren: Drei Vorschläge für einen Zentralen Busbahnhof
Der Hinweis der Bauverwaltung zur Verbesserung der Verkehrslage für die Busse durch eine „Neuordnung der Fahrbeziehungen durch einen überarbeiteten oder neuen Zentrale Omnibusbahnhof" (ZOB), steht allerdings auf schwachen Beinen. Das Problem mit einem ZOB im Bereich des Würzburger Bahnhofs ist nicht neu: 2008 wurde ein Rahmenplan entwickelt, dessen bekannter Inhalt durch Stadtbaurat Christian Baumgart im vorigen Jahr dem neuen Stadtrat in öffentlicher Sitzung vorgestellt wurde. Dabei geht es um drei Varianten für den Omnibusbahnhof: Eine Lösung nördlich des Hauptbahnhofs auf dem früheren Postgelände, wobei die Frage ist, was mit dem Hochhaus geschieht. Eine andere Lösung sieht den Bereich des Quellenparkhauses vor, auf dem die Stadt sitzt, und die dritte Variante wäre ein Bau auf dem früheren Bahngelände südlich des Hauptbahnhofes, das heute dem Würzburger Immobilienunternehmen Bader GmbH Co KG gehört, verbunden wohl mit dem Abriss des Quellenbachparkhauses und der Renaturierung des Gewässers. Bis der aus der Gemengelage wirtschaftlicher und politischer Interessen resultierende Knoten allerdings durchgeschlagen ist, können noch viele Jahre vergehen. -ser
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