Bischof Dr. Hofmann: „Kein Glaube ohne Gott“

Brauchen wir einen Schöpfer? Darstellung Gottes aus einem Zyklus aus der Pfarrkirche in Gerolzhofen, Anfang 17. Jhd. Foto Kunstreferat des Bistums Würzburg
Würzburg Das letzte Buch des amerikanischen Philosophen Ronald Dworkin sorgt für Wirbel: Ist eine „Religion ohne Gott“ möglich? Die These, dass Menschen angesichts der Schönheit und Komplexität des Universums auch ohne Gott zu einem religiösen oder „gläubigen“ Leben fähig sein könnten, wird derzeit in allen Medien sehr kontrovers diskutiert.
primaSonntag hat Bischof Hofmann um eine Stellungnahme zu der Diskussion gebeten. Hier sein Beitrag:
„2003 hat Theaterregisseur Christoph Schlingensief auf der 50. Kunst-Biennale in Venedig eine Kirche der Angst errichtet. „Ein böses kleines Kirchlein im karibischen Baustil, der hysterische Tempel einer neuen, weltumspannenden Dada-Religion“, schrieb damals die FAZ. Inmitten des bedeutendsten Schauplatzes zeitgenössischer Kunst hatte Schlingensief einen Angstgottesstaat errichtet, der aus einer kleinen weißen Kapelle und sieben Pfahlsitzern – „sieben bekennende Arbeits-,Obdach- und Konfessionslose“, hieß es in dem Artikel – bestand, die unter Sonnenschirmen auf einbetonierten Baumstämmen hockten – ein Bild für heutige Hysterie und Orientierungslosigkeit, das sich seismographisch, das heißt, unsere Gesellschaft beschreibend, durch die Ausstellung zog.
Wie ganz anders dagegen war die Begegnung mit dem Weltjugendtagkreuz im Vorfeld des Weltjugendtags in Köln 2005 oder auch beim Weltjugendtag 2013 in Brasilien: Das Kreuz wurde eindringlich als Orientierung, Sinngebung und Ziel erlebbar. So verschieden die Orte und so vielfältig die Gebets- und Gottesdienstgestaltungen gewesen sein mögen, so zentral stand doch die Botschaft des Kreuzes im Blick. Entgegen einer Gesellschaft, die sich in eine Pseudo-Kirche der Angst oder in einen fiktiven Angstgottesstaat hinein verlieren könnte – wie es seismographisch damals auf der Biennale in Venedig visualisiert wurde – verkünden wir Christen eine Frohbotschaft, die den Menschen voll Hoffnung leben lässt, da es nicht in erster Linie auf unser schwaches Können und Tun ankommt, sondern auf Gottes Heilshandeln an uns. Trauen wir Gottes Liebe!
Bischof Dr. Friedhelm Hofmann
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