BI Motz: 7.500 Unterschriften - jetzt öffentliche Diskussion im Stadtrat?

Hat Grund zur Freude: Der Sprecher der Bürgerinitiative "Rettet das MOZ" kann über 7500 Unterschriften von Unterstützern vorlegen.
Würzburg In knapp vier Wochen soll die Frage Bebauung des Mozartgeländes einen weiteren Schritt tun. Die Frage ist nur, in welche Richtung. Bestätigt hat auf Anfrage Oberbürgermeister Christian Schuchardt lediglich, dass in nichtöffentlicher Sitzung am 3. Juli der einzig im Rennen um die Bebauung geblieben Investor – der Name ist immer noch geheim – erneut im Stadtrat seine Pläne präsentieren will. Nach wie vor befindet sich das Projekt in der Phase der Prüfung des Investor-Angebots durch die Stadt. Ins Auge gefasst ist im Anschluss an die Präsentation derzeit eine öffentliche Diskussion.

Inzwischen steht die Bürgerinitiative (BI) „Rettet das MOZ“ mit derzeit ca. 7.500 Unterschriften bereit, „zu einem geeigneten Zeitpunkt“ ihre Liste der Stadt zu übergeben, womit das Verfahren Bürgerentscheid eröffnet wäre. Bekanntlich hat die Bürgerinitiative mit ihrem Sprecher Jörg Töppner mit der programmatischen Überschrift „Kultur ins Zentrum“ ihre Aktion um die Jahreswende begonnen und hat mit den gesammelten Unterschriften deutlich die notwendige Zahl von rund 5.500 überschritten, wobei aus der Gesamtheit der Unterschriften bis zu tausend herausgelesen wurden, die „von Bewohnern aus dem Landkreis gekommen sind“. Töppner verweist darauf, dass die geplanten 14.500 Quadratmeter Verkaufsfläche für Einzelhandel nur zu erreichen seien, wenn das ehemalige Mädchengymnasium total abgerissen wird. Jetzt wolle die BI warten, bis sich der neu gewählte Stadtrat eingearbeitet hat und zusammen mit der Stadtverwaltung die Position der Stadt zu dem Vorhaben des Investors gefunden hat.

Wahlkampf: Parteien sprachen sich für Teilerhalt aus
Das soll möglicherweise Anfang Juli passieren. Wie berichtet, hat der Stadtrat am 18. Dezember 2013 bereits eine Präsentation gesehen und man darf gespannt sein, was der Investor daran geändert hat. Denn Tatsache ist, dass alle politischen Parteien im Zuge des Wahlkampfes unisono die Meinung vertreten haben, zumindest einen Teil des Komplexes erhalten zu wollen. Das hat offenbar dem Investor überhaupt nicht gefallen und für ihn gibt es ja auch aus seiner Sicht Gründe dafür: Um seine Pläne dort zu verwirklichen muss er die Erhaltung von Teilen des Mozart ablehnen: kein Problem, wenn da nicht der Wahlkampf dazwischen gekommen wäre mit dem Abrücken der Wahlkämpfer einschließlich Oberbürgermeisterkandidaten von den ursprünglichen Vorstellungen des alten Stadtrats.

Investor wünscht nichtöffentliche Sitzung des Stadtrats
Die Stadt will ja bekanntlich elf Millionen Euro von dem Investor für das Mozartgelände und den Kardinal-Faulhaber-Platz einstreichen, einmal abgesehen davon, dass irgendjemand die Herstellung eines bebaubaren Mozartgeländes bezahlen zahlen muss, also den Abbruch im Wesentlichen. Die Behandlung der Sache in nichtöffentlicher Sitzung am 3. Juli geht auf einen Wunsch des Investors zurück. Der Investor, so wird gemunkelt, könne möglicherweise auch mit dem Ziel anreisen, vom Stadtrat eine Willenskundgebung oder ein Stimmungsbild zu bekommen.

Landesamt für Denkmalpflege: Mozartschule "vollständig erhalten"
Letztlich wäre noch die Haltung des Landesamtes für Denkmalschutz zum Abriss des Mozart zu erwähnen. Auch die UNESCO hat noch mitzureden, insbesondere wenn es um die Auswirkungen des Neubaus auf wichtige Teile der Stadt, Dom, Festung und damit zusammenhängende „Sichtachsen“ geht und natürlich der Residenz, die unmittelbar gegenüber dem Neubau steht. Die Haltung des Landesamtes ist nicht neu und zuletzt nachlesbar gewesen in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung: „Wir fordern eine vollständige Erhaltung der Mozartschule“, sagte dort in einem „Beitrag zur Zukunft der denkmalgeschützten Schule“ der damalige Generalkonservator Egon Johannes Greipl (Ausgabe SZ v. 9. Oktober 2013). ser
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