Bald noch mehr Bayern: So entwickelt sich die Bevölkerung im Freistaat

Bayern wächst, München boomt sowieso. In zehn Jahren soll es laut Zensus fast 13 Millionen Menschen im Freistaat geben. Unterfrankens Bevölkerung jedoch soll schrumpfen. (Foto: Mariocopa, pixelio.de)
Die Vorausberechnung der Bevölkerung ist für politische Entscheidungsträger aller Ebenen eine wichtige Arbeitsgrundlage. Bis 2032 gibt es sie erstmals aktuell auf der Grundlage der Zahlen des Zensus 2011 und regional bis auf die Ebene der Landkreise und Kreisfreien Städte.

„Bayerns Bevölkerung wird stärker wachsen, als nach den bisherigen Vorausberechnungen zu erwarten war“, sagte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Zahlen im Statistischen Landesamt in Fürth. Hatte Bayern 1987 noch 10,9 Millionen Einwohner, werde die Bevölkerung von rund 12,52 Millionen Einwohnern Ende 2012 zahlenmäßig weiterhin zunehmen, im Maximum 2023 mit voraussichtlich 12,94 Millionen Einwohnern und 2032 bis auf 12,87 Millionen Einwohner - ein Plus gegenüber heute von 350.000 Menschen.

Angesichts der regionalen Unterschiede gelte es aus diesen Daten die richtigen politischen Schlussfolgerungen zu ziehen, etwa in der Familienpolitik sowie der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik, so Herrmann weiter.

Doch Unterfranken wird schrumpfen
Deutlich sind die regionalen Unterschiede: Laut Herrmann werde Oberbayern in den kommenden 20 Jahren nochmals deutlich wachsen. Relativ stabil entwickeln sich in den kommenden 20 Jahren auch Mittelfranken, Schwaben und Niederbayern. Mit einem Rückgang der Einwohner müsse Unterfranken in Höhe von 5,2 Prozent und Oberfranken in Höhe von 8,1 Prozent rechnen.

Dort wo es zu Bevölkerungsrückgängen kommt, liege die Ursache Herrmann zufolge in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung, also dem Saldo aus Geburten und Sterbefällen. Voraussichtlich werden lediglich in einigen Städten wie München (plus sieben Prozent), Regensburg (plus 0,9 Prozent) und Erlangen (plus 0,5 Prozent) sowie in den Landkreisen Freising (plus 1,8 Prozent) und Erding (plus 0,2 Prozent) mehr Kinder geboren als Menschen sterben.

Das Durchschnittsalter dürfte im Freistaat Bayern bis 2032 um 3,2 Jahre ansteigen. Aktuell liegt es bei 43,3 Jahren, 2032 dann bei 46,5 Jahren. In den nächsten beiden Jahrzehnten wird bayernweit die Zahl der unter 20-jährigen um zirka 7 Prozent auf 2,2 Millionen Menschen abnehmen. Die Anzahl der über 65-Jährigen wird um zirka 39 Prozent auf rund 3,4 Millionen Menschen zunehmen.
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