Am alten Ostbahnhof gibt es eine neue „Bahnhalte“

Ein Güterzug donnert an dem ehemaligen Bahnhofsgebäude Heidingsfeld Ost in Richtung Hauptbahnhof Würzburg vorbei. Nun unterstützt die Stadt die Bahn bei einer Revitalisierung des Bahnhofs: Es soll eine neue Haltestelle errichtet werden: Heidingsfelder und Umlandbewohner sollen einsteigen und in Richtung Stadt wieder per Bahn ins Zentrum Würzburgs fahren können – und natürlich wieder zurück.
Würzburg 1864 eröffnete die damals selbständige Gemeinde Heidingsfeld ihren eigenen Bahnhof, den Ostbahnhof. Mit der Eingemeindung 1930 fiel er an Würzburg. In den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die Bundesbahn scheibchenweise den Service des Ostbahnhofs zu reduzieren, bis dann im September 1987 der Personenverkehr endgültig eingestellt worden ist – ähnlich dem Schicksal vieler kleiner Bahnhöfe in der damaligen Bundesrepublik. Am Donnerstag hat der Stadtrat beschlossen, eine Reaktivierung des „Bahnhalts“ Ostbahnhof zu unterstützen – mit 0,3 Millionen Euro aus dem Haushalt der Stadt.

Eine entsprechende schriftliche Zusage hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt bereits am 6. Februar an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gesandt. Ursprünglich stand auf der Wunschliste der Stadt auch die Revitalisierung des Bahnhalts Würzburg West auf Höhe der Unterführung am Heriedenweg, heißt es in der Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung.

Für die finanzielle Förderung bei der Neubelebung alter und kleiner Bahnhöfe gibt es ein Programm des Bundes. Mindestens, heißt es in dessen Förderrichtlinien, müssten für die Teilnahme an dem Programm 1.000 Ein- und Aussteiger pro Tag den „Halt“ auch benutzen. Da in Heidingsfeld an beiden Bahnhöfen nur 690 (Ost) und etwa 500 (West) ein- und aussteigen würden, schieden die Würzburger zunächst aus: „Mindestpotential verfehlt“, heißt dies.

Ein Retter aus der finanziellen Not meldete sich Ende Januar mittels eines Briefes aus München. Der Knackpunkt war die Förderung einer „barrierefrei Erschließung der Bahnsteigzugänge“, was auch der Bund vorsieht – Geld gibt es aber nur, wenn täglich mindestens 1.000 Personen ein- und aussteigen: Eine „unverständliche Hürde“ bei dem Ziel im öffentlichen Personennahverkehr grundsätzlich barrierefreie Lösungen zu etablieren, kritisiert die Stadt.

Die BEG teilte der Stadt mit, dass kurzfristig ein „Sonderfinanzierungsprogramm“ des Freistaats angekündigt worden sei, „das die Mehrkosten einer einmaligen barrierefreien Erschließung der Bahnsteigzugänge umfasst“, welche ansonsten durch die Stadt hätten finanziert werden müssen – immerhin 2,1 Millionen Euro. Damit sei die Finanzlücke, welche die Förderung der Kosten für Barrierefreiheit erst ab 1.000 Zu- und Aussteiger durch den Bund gerissen habe, geschlossen.
Weil entsprechende Verträge Anfang März unterzeichnet werden sollen, hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt schon vor dem notwendigen Stadtratsbeschluss auf Wunsch der BEG reagiert und gebeten, den Heidingsfelder Ostbahn-Halt in das Programm der Staatsregierung aufzunehmen sowie versichert, dass anfallende „flankierende Kosten“ für die Wiederbelebung des Bahnhalts Ost von der Stadt finanziert würden.

Dabei handelt es sich insbesondere um Wegekosten und die Errichtung einer „Schnittstellenanlage“, womit u. a. P&R-Parkplätze gemeint sind, alles in allem 0,3 Millionen Euro. Auf der Strecke blieb allerdings – zumindest angesichts der aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen - der Halt Heidingsfeld West: Dessen Belebung würde die Stadt rund 4,2 Millionen Euro kosten. Der Grund ist eine aufwendige Brückenaufweitung über den Heriedenweg, zu der es keine Förderung gebe.

Ein Vorteil bei der Reaktivierung von Heidingsfeld Ost sei, dass „mit erheblich geringeren Investitionen ein größeres Fahrgastpotential“ gewonnen werden kann als beim „Halt Heidingsfeld West“. Zudem habe der Halt Ost durch seine zentrale Lage in Heidingsfeld eine bessere Erschließungswirkung. Der Haltepunkt Heidingsfeld Ost liegt an der Strecke von Würzburg über Ansbach nach Treuchtlingen. Der Bahnhof findet sich östlich des Heidingsfelder Altorts an der Kirchhofstraße und der Straße Am Ostbahnhof in unmittelbarer Nähe des Friedhofs. Nachdem die Stadt 2001 die Linie 3 der Straßenbahn nach Heidingsfeld eingestellt hat, die einst direkt vor dem Ostbahnhof eine Haltestelle hatte, wird es wohl in diesem Fall keine Revitalisierung geben. –ser

Ein Güterzug donnert an dem ehemaligen Bahnhofsgebäude Heidingsfeld Ost in Richtung Hauptbahnhof Würzburg vorbei. Nun unterstützt die Stadt die Bahn bei einer Revitalisierung des Bahnhofs: Es soll eine neue Haltestelle errichtet werden: Heidingsfelder und Umlandbewohner sollen einsteigen und in Richtung Stadt wieder per Bahn ins Zentrum Würzburgs fahren können – und natürlich wieder zurück.
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