Abriss der Raiffeisenbrücke: Vollsperrung der Schweinfurter Straße

Brückenbauingenieur Roland Meier (links) und Tiefbau-Chef Jörg Roth auf der Behelfsbrücke neben der Brücke Raiffeisenstraße. Die Vorbereitung des Baugeländes war aufwendiger als der nun anstehende Abbruch des Überbaus. (Foto: Georg Wagenbrenner)
Würzburg Die Tage der „Brücke Raiffeisenstraße“ sind gezählt: Die Schweinfurter Straße wird am Freitag, 30. Oktober, stadteinwärts ab 19 Uhr und stadtauswärts ab 20.30 Uhr gesperrt. Die Vollsperrung soll voraussichtlich bis zum 5. November, 4.00 Uhr, aufrechterhalten werden. In dieser Woche ist geplant, den Brückenteil, der die Schweinfurter Straße überspannt, „rückzubauen“. Damit nutzen die städtischen Tiefbauer die Herbstferien in der Hoffnung, dass der Verkehr durch die Schweinfurter Straße abnimmt. Dies gab die Fachabteilung Tiefbau der Stadt bekannt.

Für die Anlieger in der Schweinfurter Straße bleibe die Zufahrt und Abfahrt über den Berliner Ring bestehen. Die Straße wird für diesen Zeitraum eine Sackgasse mit Wendemöglichkeit. Die Umleitung des öffentlichen Verkehres stadtauswärts erfolgt über Berliner Ring, Beethovenstraße und Raiffeisenstraße wieder auf die Schweinfurter Straße in Richtung Europastern. Stadteinwärts ist die Fahrspur in Richtung Josef-Schneider-Straße zum Berliner Ring gesperrt, zudem die linke Spur des Europasterns ab Höhe der Aufgabelung im Tankstellenbereich. Einige Tage vor der Sperrung werden große Hinweisschilder die Verkehrsteilnehmer „vorwarnen“, teilte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mit.

„Die etwa 210 Meter lange Betonschnecke, hat nach Entstehung des Greinbergknoten und weiteren Modifizierungen des Stadtrings die ursprüngliche Bedeutung für die Innenstadt-Verkehrsflüsse verloren. Das Bauwerk ist heute entbehrlich und so will man langfristig nicht in den teuren Unterhalt einer kaum genutzten Brücke investieren“, sagte im Rahmen einer Baustellenbesichtigung Tiefbau-Chef Jörg Roth nach einer Mitteilung der Pressestelle der Stadt. Sie wurde 1969/71 mit Kosten von einer Million Euro gebaut. Der Rückbau kostet cirka 1,5 Millionen Euro. Die Schweinfurter Straße befahren derzeit rund 35.000 Kfz am Tag.

An eine derart verzwickte Aufgabenstellung bei Brücken-Abbrucharbeiten kann sich Roth nicht erinnern: „Verglichen damit war beispielsweise das Ende der Siligmüller-Brücke ein einfaches Projekt. Auch wenn die Fahrbahn damals direkt über die Bahngleise verlief und die Arbeiten entsprechend im DB-Fahrplan eingetaktet werden mussten.“ Die Brücke Raiffeisenstraße hält hingegen für die Tiefbauer ein ganzes Bündel Herausforderungen parat, wie u. a. das benachbarte Streckennetz der Bahn, das umgebende Straßennetz, die unter dem Bauwerk fließende Pleichach mit Verdolungswerk und die Gefährdung durch Hochwasser: Bei einem Starkregen-Ereignis könne das „eigentlich beschauliche Bächlein in kürzester Zeit rapide ansteigen“.

Aufgrund der Nähe zur Bahn müsse die unter Spannung stehende Brücke „Stück für Stück abgetragen werden. Entsprechend aufwendig ist deshalb auch die unterstützende Konstruktion zur Sicherung der etwa 20 Tonnen Gewicht pro laufenden Meter Brücke“. Entfernt werde die Brücke durch einen Abbruchbagger mit überdimensionaler Kneifzange, der die Brücke „regelrecht abknabbert“. Zudem wird eine „dicke Schutzschicht aus Sand, die den Straßenbelag und die Versorgungsleitungen der Schweinfurter Straße vor den einschlagenden Krümeln von oben schützt“ eingebracht. Brückenbauingenieur Roland Meier vom städtischen Bauamt bedankte sich „schon heute bei den Autofahrern für ihre Geduld mit dieser Baustelle, die im Frühjahr 2016 abgeschlossen wird.“ (ser)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.