12,5 Millionen Euro für 30 Jahre Zukunft

Futuristisch, elegant: So soll das neue Kongresszentrum aussehen. Foto Blocher Blocher Partners

Das Kongresszentrum wird fit gemacht: Am Montag beginnt die Sanierung und Erweiterung

Nächste Woche tut sich am Kranenkai, Ecke Röntgenring für anderthalb Jahre eine städtische Baustelle auf, die in ihrem Umfang in Würzburg nur noch vom Ausbau der Zeller Straße übertroffen werden wird: In den kommenden 18 Monaten werden rund 12,5 Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung des 1985 in Betrieb genommenen Kongresszentrums (CCW) ausgegeben: Die Bauarbeiten sind tagesgenau geplant - zwischen und parallel zu laufenden Veranstaltungen im CCW und gut sechs veranstaltungsfreien Monaten. Im Dezember 2014 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das neue CCW soll dann über knapp das Doppelte der bisherigen Kongress- und Ausstellungsflächen verfügen: 6.400 statt 3.400 Quadratmeter.

Neues CCW mit „Superausstattung“
Der Stadtrat genehmigte den Bau kurz vor Weihnachten. „Das Kongresszentrum wurde von Anfang an zum Impulsgeber für die Entwicklung des Städtetourismus in Würzburg, so Tourismusdirektor Dr. Peter Oettinger. Mittlerweile kann das CCW den Bedarf aber nicht mehr decken, die Erweiterung sei also dringend nötig: „Wenn wir das nicht machen, entscheidet sich kein großer Kongressanbieter mehr für Würzburg“. Dabei geht es zum einen um eine bedeutend größere Fläche für Ausstellungen im Zusammenhang mit Kongressen, zum zweiten um weitere Tagungsräumlichkeiten, insbesondere mehrere kleine, in der Größe flexible Gruppenarbeitsräume - eingebettet  in hochmoderne  technische und wirtschaftliche Strukturen. Oettinger: „Wir kaufen uns für 12,5 Millionen Euro heutige Superstandards für unsere Zukunft bis 2040“.
Vor über zehn Jahren begannen die Überlegungen zum jetzigen Projekt. Zunächst wurde die Idee „CCW plus“ in den Raum gestellt: Das alte umgebaute CCW und ein zweiter Komplex auf dem gegenüber liegenden Gelände zwischen Röntgenring und Heizkraftwerk, verbunden mit einer Brücke - bis man bemerkte, dass die Vision aufgrund der Beschaffenheit des Untergrundes dort begraben werden musste. Ein Workshop im April 2011, an dem auch Stadträte in größerer Zahl teilnahmen, brachte schließlich die jetzt zur Realisierung anstehenden Pläne auf den Weg.

Fast eine Million Touristen
Das Tourismusgeschäft mitsamt den Kongressen, Tagungen, Seminaren und Musikveranstaltungen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Würzburgs.  2012 wurden 885.000 Übernachtungsgäste in Hotels, Jugendherbergen, Privatunterkünften oder im Rahmen der Flusskreuzfahrtschiffe gezählt. Grundlage dieser positiven Entwicklung sei             „ein solides Kongress-, Tagungs- und Seminargeschäft sowie die steigende Nachfrage im Besichtigungs- und Kulturtourismus“, so Oettinger. Gut 152.000 Touristen kommen aus dem Ausland. Die USA, die Niederlanden, Großbritannien und die Schweiz sind dabei mit jeweils deutlich über 10.000 Besuchern in Würzburg an der Spitze.
Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (DWIF) hat 2010 für Würzburg veröffentlicht, dass allein der Übernachtungstourismus einen jährlichen Umsatz von ca. 120 Millionen Euro bringe. Ein viel dickerer Brocken seien aber die jährlich rund zwölf Millionen Tagestouristen in der Stadt, die etwa 560 Millionen Euro in der Stadt liegen ließen. Von den rund 680 Millionen Euro Gesamteinnahmen aus dem Tourismusgeschäft profitiert mit nahezu 60 Prozent der Einzelhandel, auf Platz zwei folge das Gastgewerbe  (Gastronomie u.a.) mit rund 30 Prozent. Den Rest mit 90 Millionen kassieren Dienstleistungsbetriebe. 12.700 Personen könnten in Würzburg durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt mit einem „durchschnittlichen Primäreinkommen“ bestreiten. Die Stadt kassiere an Steueraufkommen rund 15 Millionen Euro, so das DWIF.
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