Würzburger feiern ihr Rathaus

Feierten mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern „700 Jahre Grafeneckart“ (v.l.): Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder, Prof. Dr. Helmut Flachenecker, Prof. Dr. Rainer Leng, Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, Stiftungsdirektorin Annette Noffz, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer.
Würzburg (rm). Seit 700 Jahren ragt der Grafeneckart als Symbol bürgerlicher Freiheit auf der Sichtachse zwischen Festung Marienberg und Kiliansdom in den Würzburger Himmel. Dies nahmen die Würzburger nun zum Anlass, den im Jahre 1316 von Ritter Kuno von Rebstock für rund 25 Kilogramm Silber erworbenen „hof Graue Eckehard genant“ mit einem Festakt zu feiern. In seiner Festrede nannte Prof. Dr. Rainer Leng vom Institut für Geschichte der Uni Würzburg den Kaufpreis moderat. „Vier Töchtern aus gutem Hause hätte man damals mit dieser Summe eine standesgemäße Aussteuer mitgeben können“, betonte er augenzwinkernd. Aber auch wenn der Preis ein guter war, waren, wie ein zusätzlicher Zettel zwischen den Sigeln der Urkunde bezeugt, das Engagement zahlreicher Einzelspender und die Beteiligung der jüdischen Gemeinde erforderlich, um diese Summe überhaupt zusammen zu bekommen. In einer kurzweiligen Gesprächsrunde erörterten Oberbürgermeister Christian Schuchart, Bürgerspital-Stiftungsdirektorin Annette Noffz, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen und Prof. Dr. Helmut Flachenecker, nicht ganz ohne gelegentliche Seitenhiebe, ob vom damaligen Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Kirche auch heute noch etwas zu spüren ist. Abgerundet wurde der Festakt durch Empfang für die Bürgerschaft im Rathausfoyer.

Text und Bilder: Rudi Merkl
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