„Feindsender – Jazz in der NS-Zeit“

Sophia Lefeber, Robert Nemec, Maximilian Müller, Sebastian Wagner und Bernd Ketterl wurden mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Konzertreihe verbindet auf spannende Weise Musik und Geschichtsbewusstsein

Würzburg (rm). Schon in den 1920er-Jahren erkoren die Nationalsozialisten den Jazz als Ziel-scheibe und bekämpften ihn mit massiver Polemik. Die große Popularität dieser in ihrer Spielweise Demokratie und Individualismus ausdrückende Musikrichtung galt als „entartete Musik“ und nach der Machtergreifung 1933 ergingen Verbote gegen das „politische Kampfmittel der Juden“. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verfolgung von Jazz und Swing fristete lange Zeit ein Schattendasein. Die Konzertreihe „Feindsender – Jazz in der NS-Zeit“ möchte diese nun beenden. Nach Konzerten in München und Nürnberg beleuchtete Anfang der Woche auch in Würzburg im Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum Shalom Europa ein Konzert die kontroverse und tragische Situation des Jazz unter der NS-Diktatur. Gleichzeitig war das Konzert der Abschluss eines Wettbewerbs, indem sich Studierende des Fachbereichs Jazz der Hochschule für Musik Würzburg mit der Thematik beschäftigten und ein Konzertkonzept mit ausführlicher Moderation und Musik der Zeit ausarbeiten. Der Schirmherr des Würzburger Konzertes und Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, hob in seiner kurzen Begrüßung die große Bedeutung der Konzertreihe, die in Trägerschaft der Konzertgesellschaft München e.V. und in Kooperation der europäischen Kultur-stiftung EUROPAMUSICALE entstanden ist, hervor und betonte, dass durch diesen Beitrag wider das Vergessen, an die Künstler erinnert werden soll, die während des Nationalsozialis-mus verfolgt, verfemt und ermordet wurden. Am 11. Mai 2017 wird in diesem Zusammenhang in Würzburg ein weiteres Konzert stattfinden.

Text und Bilder: Rudi Merkl
2 Kommentare
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bertina39 gonzalo aus Würzburg Stadt | 14.02.2017 | 16:35   Melden
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bertina39 gonzalo aus Würzburg Stadt | 14.02.2017 | 16:35   Melden
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