Einigung: Lufthansa kauft große Teile von Air Berlin

Jetzt ist es öffentlich und keine Spekulation mehr. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa übernimmt große Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin. Der Lufthansa-Chef Spohr nennt dies einen "großen Tag" für das Unternehmen, wie auch Aktien der beiden Unternehmen zeigten. Nach Angaben der Fluggesellschaft Lufthansa, unterzeichnen die Lufthansa und Air Berlin einen Kaufvertrag für große Teile des Unternehmens. Der große Tag soll mit der Unterzeichnung des Kaufvertrag über Air Berlin laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr besiegelt werden. Gerade mal ein paar Monate ist es her, als Air Berlin die Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem war die Fluggesellschaft nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert gewesen.

Die Entscheidung löste riesige Kurssprünge der Aktien beider Unternehmen aus. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte am Morgen der Bekanntgabe über den Kauf von Air Berlin um fast drei Prozent zu. Das ist der Höchststand seit 2001. Auch für Air Berlin ging der Kurs nach oben. Lufthansa werde insgesamt 1,5 Milliarden Euro investieren. Die Lufthansa möchte von Air Berlin voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen und 3000 Mitarbeiter einstellen. Das hat das Unternehmen der "Rheinischen Post" bestätigt. Bis es zur endgültigen Übernahme komme, wird die Lufthansa im Betrieb noch mindestens ein halbes Jahr improvisieren müssen, sagte Spohr.

Durch den Insolvenzantrag von Air Berlin kam es immer häufiger zu Annullierungen von Flügen sowie Verspätungen. Für solche Fälle hat das Europäische Parlament ein Fluggastrecht verabschiedet, welches die Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste in solchen Fällen regelt.

Ganz ohne ein paar Steinen im Weg sei so eine Übernahme nicht zu bewältigen. Man habe einiges getan, um auf Kurs zu bleiben, wie zum Beispiel Piloten aus dem Urlaub zurück zu holen. Um alle Passagiere aufnehmen zu können sollen zukünftig auch innerhalb Deutschlands Jumbo-Jets fliegen. Da man erst einmal tausende Mitarbeiter einstellen müsse und zugleich sei der Übergang der Air-Berlin-Flugzeuge beim Luftfahrtbundesamt sehr aufwendig gestaltet.

Lufthansa Chef Spohr ist der Meinung, dass das Aus für Air Berlin und andere Anbieter die Ticketpreise nicht nach oben treiben wird. "Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus. Denn der Wettbewerb wird sich in Europa und auch weltweit verschärfen", sagte er in einem Interview. Innerhalb des Konzerns, werde man sich mit der Tochtergesellschaft Eurowings selbst Konkurrenz machen. "Da wo es bisher nur Lufthansa und Air Berlin gab, wie beispielsweise zwischen München und Köln, kommen nun Eurowings-Flüge als Ersatz für Air Berlin hinzu." Eurowings solle als kostengünstige Zweitmarke fungieren und "eigenständig alles tun, um die Jets zu füllen", so Spohr.

Ab Ende Oktober wird Air Berlin voraussichtlich nicht mehr unter einer eigenen Flugnummer fliegen, das kam in einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter hervor. Der insolventen Fluggesellschaft sei wohl kein Flugverkehr unter dem Airline-Code "AB" ab dem 28. Oktober mehr möglich. Alle Tickets für spätere Flüge verlieren ihre Gültigkeit. Allerdings soll der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter normal weitergeführt werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.