Die Reformation als Urknall

Offizielle Ausstellungseröffnung (v.l.): Prof. Dr. Hans-Wolfgang Bergerhausen, Stadtarchivleiter Dr. Axel Metz, Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran, Dekanin Dr. Edda Weise und Kul-turreferent Muchtar Al Ghusain.
Ausstellung „Protestantisches Leben in Würzburg während des 16. Jahrhunderts“ eröffnet

Würzburg (rm). Aus Anlass des Reformationsjubiläums präsentiert das Stadtarchiv Würzburg seit vergangener Woche im oberen Foyer des Rathauses eine Ausstellung, in der Aspekte des protestantischen Lebens in der Bischofsstadt im 16. Jahrhundert beleuchtet werden. Zur feierlichen Eröffnung konnte Oberbürgermeister Christian Schuchardt neben Repräsentanten der Politik auch Vertreter der katholischen Kirche und der muslimischen Gemeinden Würzburg willkommen heißen. Professor Dr. Hans-Wolfgang Bergerhausen vom Lehrstuhl für neuere Geschichte der Universität Würzburg hat das Konzept der Ausstellung erstellt und führte mit seinem Vortrag „Protestantisches Leben in Würzburg“ in diese ein. Bergerhauser führte auch aus, dass man den beiden kurzen Aufenthalten Martin Luthers im April und im Mai 1518 im hiesigen Augustinerkloster keine allzu große Bedeutung für die Würzburger Reformationsgeschichte beimessen dürfe. „Erst seine großen Reformschriften von 1520 lenkten in einen unumkehrbaren Weg der Fundamentalkritik und der Neubegründung von Religion und Kirche ein“, so der Historiker. Dekanin Dr. Edda Weise bezeichnete die Reformation als Urknall, der bis in die heutige Zeit wirkt und prägt. Andererseits war die Reformation keine Revolution, die alle innerhalb kürzester Zeit erfasste, sondern ihre Dynamik langsam entfachte und regional sehr unterschiedlich verlief. Für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgte das „Ensemble Resonanzen“, das Musik aus der Renaissance spielte.

Text und Bilder: Rudi Merkl
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