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Montag, 30. Juni 2008 13:15
Zwei Würzburgerinnen wollen Hunde aus einem verwahrlosten Tierlager in Kroatien retten.
Würzburg/Benkovac (clap) Es hört sich an wie ein grausamer Horrorfilm und keiner mag es so recht glauben. Doch alles entspricht der Wahrheit. April 2008, Benkovac in Kroatien. Ein Tierheim wird ohne erkennbaren Grund geschlossen, der Tierpfleger Dinko O. in Zwangsurlaub versetzt. Die Tiere sind krank, verletzt, bleiben sich allein überlassen, ohne Versorgung, ohne Futter, ohne Wasser. Die Sonne brennt vom Himmel. Die Behörden fühlen sich nicht verantwortlich für die Tiere.
Dunja Rajter setzt sich ein
Erst Proteste von deutschen, österreichischen und kroatischen Tierschutzvereinen sowie vieler Privatpersonen bringen Bewegung in die Sache. Richtig aufmerksam wird Deutschland erst, als die Schauspielerin und Sängerin Dunja Rajter, gebürtige Kroatin, mit dem Fernsehteam Brisant der ARD nach Benkovac und Zadar reist. Vor laufender Kamera bricht Schäferhund Bobby wegen brütender Sonne und fehlendem Wasser zusammen. In letzter Minute rettet ihn der zwangsbeurlaubte Tierpfleger und päppelt ihn auf eigene Kosten auf. Es kostet Zeit, Nerven und Geld, bis der Bürgermeister von Benkovac erklärt, die Tiere versorgen zulassen, Schattenplätze einzurichten und den Tieren eine bessere Unterkunft zu bieten. Immerhin: Er verspricht Dunja Rajter vor laufender Kamera, die Zustände des Tierheims zu verbessern. Doch die Lage bleibt dramatisch. Der Tierpfleger wurde gekündigt, die Tiere werden weiterhin nicht tierärztlich betreut, sterben an Hunger und Durst. In Zadar sind über 200 Hunde, in Benkovac über 50. Jeden Tag werden es mehr Tiere, zumeist Straßenhunde, die über den Zaun geworfen werden , berichtet Menschen für Tierrechte . In Kroatien leben Hunderte von Hunden und Katzen auf der Straße. Sie kämpfen täglich ums Überleben, keiner übernimmt die Kosten für eine Kastration. Statt dessen verfolgen die Menschen die Katzen und Hunde mit Gift und Gas.
Würzburger wollen helfen
Die Not ist groß. Daher möchten sich nun zwei Würzburger Frauen für die Rettung der Tiere engagieren. Die Zustände in den Tierlagern sind erbärmlich , leidet die Würzburgerin Jenny Fischer mit. Die Arbeitsgruppe Würzburg von Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V. wird daher selbst nach Benkovac fahren. Caroline Lager, eine Psychologin aus Würzburg, und die Vertriebsassistentin Jennifer Fischer aus Kitzingen werden sich dort selbst ein Bild von der Lage machen. Aber nicht nur. Sie werden so viele Hunde wie nur möglich aus der kroatischen Hölle holen. Wir Würzburger können die beiden Frauen unterstützen: Spenden Sie, denn die Rettungsaktion ist mit hohen Transport- und Tierarztkosten verbunden. Jeder Cent wird gebraucht! Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V., Arbeitsgruppe Würzburg, VR-Bank Würzburg, Konto 11 011 53, BLZ 790 900 00, Betreff: Spende Kroatien. Infos: www.tierrechte-wuerzburg.de, hilfe-fuer-benkovac@gmx.de.
Foto: Die Schauspielerin und Sängerin Dunja Rajter (m.) hat den Stein ins Rollen gebracht: Hunderte von Hunden leben ohne Versorgung, ohne Wasser, in der brütenden Hitze in kroatischen Tierlagern. Sie holte ein Fernsehteam der ARD in eines der Lager. Nun wollen die beiden Würzburgerinnen Caroline Lager (li.) und Jennifer Fischer (re.) wollen so viele Hunde wie nur möglich aus der Hundehölle holen. Sie fahren demnächst nach Benkovac.